SZD-55-1 prallt beim Kreisen in Föhnturbulenz ins Gelände
Auf einem Streckenflug ab Micheldorf kam der Pilot am Plattenkopf ums Leben; die SZD-55-1 wurde zerstört. Über den Bergen herrschte an diesem Tag eine lebhafte Südströmung mit starkem Föhn und Turbulenz in geringer Höhe. Der Logger zeigte, dass das Segelflugzeug kurz vor dem Unfall kreiste und offenbar einen Aufwind suchte, bevor es nach einem plötzlichen Höhenverlust in das ansteigende Gelände prallte. Am Abend wurde der Pilot als überfällig gemeldet; ein Notsignal wurde zunächst im falschen Gebiet geortet, das Wrack erst spät in der Nacht gefunden. Vorbestandene unfallkausale Mängel wurden nicht festgestellt.
- Streckenflug ab Micheldorf: Der Pilot startete gegen 07:34 Uhr in Micheldorf im Flugzeugschlepp zu einem Streckenflug nach Zell am See und zurück.
- Starker Südföhn über den Bergen: Der Tag war fliegbar, brachte aber eine lebhafte Südströmung mit starkem Föhneinfluss und Turbulenz in geringer Höhe sowie stark wechselnde Bedingungen über den Graten.
- Kreisen auf Aufwindsuche: Der Logger zeigt das Segelflugzeug kurz vor dem Ende der Aufzeichnung kreisend, offenbar auf der Suche nach einem Aufwind.
- Abrupter Höhenverlust: Beim Kreisen verlor das Segelflugzeug abrupt an Höhe. Als wahrscheinlichen Mechanismus nennt der Bericht einen unkontrollierten Flugzustand und eine nicht ausreichende Fahrt.
- Berührung mit ansteigendem Gelände: Gegen 15:38 Uhr, als die Aufzeichnung endete, berührte das Segelflugzeug am Plattenkopf das ansteigende Gelände. Der Pilot kam ums Leben, das Segelflugzeug wurde zerstört.
- Sechs Stunden bis zum Fund: Um 19:06 Uhr wurde das Segelflugzeug als vermisst gemeldet. Ein Notsignal wurde zunächst in den Kalser Tauern geortet; um 21:58 Uhr lokalisierte es ein Suchflugzeug in den Leoganger Steinbergen.