ASW 19 überschießt die Piste nach Verwechslung der Bedienhebel
Bei der Landung in Leoben/Timmersdorf nach einem zweistündigen Lokalflug wurde der Pilot leicht verletzt und die ASW 19 schwer beschädigt, als sie hinter der Piste aufschlug. Er kurvte in 120 m AGL in den Endanflug ein und griff zum Bremsklappenhebel, bewegte aber den darunterliegenden Fahrwerkshebel. Der Betriebsleiter sah das Fahrwerk mehrfach aus- und einfahren; seine Funkanfrage blieb unbeantwortet. Bei eingefahrenen Bremsklappen stieg die Fahrt auf 154 km/h statt der empfohlenen 85 km/h; das Segelflugzeug schwebte über die ganze 625 m lange Graspiste. Im Erdbeerfeld dahinter grub sich der Bug ein; das Flugzeug drehte sich um 270 Grad.
- Lokalflug ab Leoben/Timmersdorf: Der Pilot startete im Flugzeugschlepp von der Piste 12 auf rund 1880 m MSL und flog gut zwei Stunden in den umliegenden Tälern, bevor er zum Flugplatz zurückkehrte.
- Einkurven in den Endanflug: In etwa 120 m AGL und mit rund 120 km/h leitete der Pilot die Kurve auf der verlängerten Anfluggrundlinie der Piste 12 aus.
- Fahrwerkshebel statt Bremsklappen: Beim Griff zum Bremsklappenhebel bewegte der Pilot den darunterliegenden Fahrwerkshebel und fuhr das Fahrwerk mehrfach aus und ein; die Bremsklappen blieben eingefahren.
- Funkanfrage bleibt unbeantwortet: Der Betriebsleiter sah das Fahrwerk wiederholt aus- und einfahren und fragte den Piloten über Funk danach; eine Rückmeldung erfolgte nicht.
- Fahrt steigt bis nach dem Abfangbogen: Ohne Bremsklappenwirkung stieg die Geschwindigkeit auf rund 154 km/h, deutlich über den für die Landung empfohlenen 85 km/h; das Segelflugzeug schwebte lang aus.
- Bodenberührung hinter dem Flugplatz: Das Segelflugzeug überflog die 625 m lange Piste und kam in einem Feld auf; der Bug grub sich ein, der rechte Randbogen berührte den Boden, und das Flugzeug drehte sich um rund 270 Grad nach rechts.