Pilot überzieht Pilatus B4 im Windenstart bei schwanzlastiger Trimmung
Der Pilot einer Pilatus B4 kam ums Leben und das Segelflugzeug wurde zerstört, als er im Windenstart in rund 30 m überzog und es mit dem Bug voran aufschlug. Auf dem Muster hatte er erst zwei Windenstarts, zuletzt zwei Jahre zuvor. Nach dem Abheben stieg das Segelflugzeug ungewöhnlich steil, kippte beim Strömungsabriss über die linke Tragfläche ab und drehte sich rund 180° um die Längsachse; er klinkte aus, der Windenfahrer kappte das Seil, doch die Höhe zum Ausleiten fehlte. Die Trimmung stand schwanzlastig auf Raster 7 von 10, laut Handbuch gilt 5. Am Seil war eine Sollbruchstelle von 750 kp statt 500 kp angebracht und riss deshalb nicht.
- Erster Flug des Jahres: Das Segelflugzeug war 2018 noch nicht geflogen; der Pilot bereitete es für den Erstflug des Jahres vor. Es war sein dritter Windenstart der Saison; auf dem Muster hatte er erst zwei.
- Trimmung und Sollbruchstelle falsch: Die Höhenrudertrimmung stand auf Raster 7 von 10 und damit schwanzlastig; das Flughandbuch schreibt Raster 5 vor. Am Seil war eine 750-kp-Sollbruchstelle statt 500 kp angebracht.
- Ungewöhnlich steiler Steigflug: Der Windenfahrer beschleunigte das Seil, das Segelflugzeug rollte an und ging sofort in einen ungewöhnlich steilen Steigflug über.
- Strömungsabriss in rund 30 m: In rund 30 m AGL überzog der Pilot: Die Steiggeschwindigkeit war zu gering, der Anstellwinkel zu hoch. Er klinkte sofort aus, der Windenfahrer kappte das Seil.
- Abkippen links, 180-Grad-Drehung: Das Segelflugzeug kippte über die linke Tragfläche ab und drehte sich rund 180 Grad um die Längsachse, die Rumpfspitze zum Boden. Zum Ausleiten blieb zu wenig Höhe.
- Senkrechter Aufprall mit dem Bug: Das Segelflugzeug schlug senkrecht und mit hoher Geschwindigkeit mit dem Bug voran auf der Graspiste auf. Der Cockpitbereich wurde zerstört, der Pilot kam ums Leben.