Pilot überzieht eine LAK-17B FES im zu steilen Steigflug beim Windenstart
Der Pilot kam bei einem Strömungsabriss wenige Sekunden nach dem Abheben ums Leben; das Segelflugzeug wurde zerstört. Zeugen sahen, wie er mit voll gezogenem Höhenruder abhob und einen Steigwinkel von etwa 70 Grad einnahm; über Funk forderte er mehr Geschwindigkeit, doch die Winde beschleunigte noch. In 30 bis 50 m AGL überzog er; an der linken Tragfläche riss die Strömung ab, das Flugzeug kippte seitlich zu Boden. Hinweise auf vorbestehende Mängel ergaben sich nicht; an Winde und Bedienung wurden keine Fehler festgestellt. Der Pilot hatte in zwei Jahren sieben Windenstarts durchgeführt und die fällige Befähigungsüberprüfung nicht abgelegt.
- Windenstart: Der Pilot startete an der Winde von einem Flugplatz im Tal auf 856 m MSL, an der Schwerpunktkupplung eingeklinkt, nachdem fünf Segelflugzeuge ohne Vorkommnisse abgehoben waren.
- Wenig aktuelle Windenpraxis: Der Pilot hatte in den vorangegangenen 24 Monaten sieben Windenstarts durchgeführt; die wegen des unzureichenden Übungsstands fällige Befähigungsüberprüfung legte er nicht ab.
- Abheben mit voll gezogenem Höhenruder: Zeugen sahen, wie der Pilot mit voll gezogenem Höhenruder abhob; das Segelflugzeug ging in einen Steigwinkel von etwa 70 Grad über.
- Ruf nach mehr Geschwindigkeit: Der Pilot forderte über Funk mehr Geschwindigkeit. Die Winde befand sich noch in der Beschleunigungsphase, sodass der Ruf den Start nicht mehr beeinflussen konnte.
- Strömungsabriss in 30-50 m AGL: Der Pilot überzog und verlor die Kontrolle, als die Strömung an der linken Tragfläche abriss. Hinweise auf einen Versuch, die Nase zu senken und den Steigwinkel zu verringern, gab es nicht.
- Seitlicher Aufprall: Das Segelflugzeug schlug in seitlicher Fluglage zuerst mit einer Tragfläche und dann mit der Nase auf. Der Pilot erlag sofort seinen Verletzungen, das Flugzeug wurde zerstört.