Standard Libelle erreicht mit dauerhaft ausgefahrenen Bremsklappen die Piste nicht
Im Anflug aus einer Übungsplatzrunde in Kapfenberg wurde ein Pilot schwer verletzt und das Segelflugzeug zerstört, als es rund 314 m vor der Pistenschwelle gegen Bäume einer Uferböschung prallte. Im Flugzeugschlepp hatte der Pilot in etwa 455 m AGL ausgeklinkt. Danach sank das Segelflugzeug stetig mit 2,8 bis 4,1 m/s, während Steuerverhalten, Geräusche und Vibrationen normal blieben. Er verlängerte den Anflug, um ein anderes Segelflugzeug die Piste räumen zu lassen; die Resthöhe reichte nicht mehr. Beide Bremsklappen wurden etwa 4 cm ausgefahren vorgefunden, der Hebel unverriegelt, obwohl beide intakt waren; die Ursache blieb ungeklärt.
- Übungsplatzrunde in Kapfenberg: Der Pilot startete gegen 09:48 Uhr UTC im Flugzeugschlepp von der Piste 07 zur ersten von drei an diesem Vormittag geplanten Übungsplatzrunden mit einer vereinseigenen Standard Libelle.
- Bremsklappen von Beginn an offen: Beide Bremsklappen waren etwa 4 Zentimeter ausgefahren. Im Schlepp hing das Segelflugzeug dauerhaft unterhalb des Schleppflugzeugs, ein frühes, unerkanntes Zeichen des zusätzlichen Widerstands.
- Stetig hohes Sinken nach dem Ausklinken: Der Pilot klinkte in etwa 455 m AGL bei 95 km/h aus. Danach sank das Segelflugzeug stetig mit 2,8 bis 4,1 Metern pro Sekunde, während Steuerung und Geräusche unauffällig blieben.
- Klappenstellung im Flug kaum prüfbar: Bei diesem Muster sind die Bremsklappen für den angeschnallten Piloten kaum zu sehen; die Stellung wurde im Flug auch nicht am Bedienhebel im Cockpit kontrolliert.
- Anflug wegen Verkehr verlängert: Ein anderes Segelflugzeug stand noch auf der Piste 07; der Pilot verlängerte den Gegenanflug, um ihm Zeit zum Räumen zu geben. Die verbleibende Höhe nahm dadurch weiter ab.
- Aufprall in Bäumen vor der Piste: Das Segelflugzeug prallte 314 Meter vor der Schwelle mit etwa 94 km/h in die Weiden an der Uferböschung der Mürz. Der Pilot wurde schwer verletzt, das Segelflugzeug wurde zerstört.