Centrair 201: Strömungsabriss bei Landung in Gegenrichtung nach Seilriss
In Graulhet-Montdragon wurde ein Centrair 201-B Marianne bei einer Landung in Gegenrichtung zerstört; keine Verletzten. Pilot und Passagier waren im Windenstart, als das Seil in rund 80 m AGL aus unbekanntem Grund riss. Nach Ausklinken und Pitch-down (100 auf 70 km/h, langsame Wiederbeschleunigung) hielt der Pilot geradeaus Landen für nicht möglich und entschied eine 180-Grad-Umkehr. Der Centrair trieb nordwärts, geriet in Sinken und kam zu tief für die Graspiste. Beim Anflug auf die Asphaltpiste mangelnde Steuerwirkung; Strömungsabriss, Aufschlag, 100 m Rutsche; Rumpf brach.
- Doppelsitzer-Windenstart von Piste 27: Ein Centrair 201-B mit Passagier startete im Windenstart von der unbefestigten Piste 27 in Graulhet-Montdragon. Wind 330°/11 km/h mit Böen; Hubschrauber standen am Pistenrand.
- Seilriss auf ~80 m Höhe: Während des Anfangssteigens auf etwa 80 m riss das Windenseil plötzlich. Das Seil brach 130 mm vom segelflugzeugseitigen Knoten entfernt; der Bruchmechanismus war unklar.
- Ausklinken, Drücken (100 → 70 km/h): Der Pilot klinkte sofort aus und drückte das Höhenruder, um Fahrt aufzunehmen. Die Fahrt fiel von ~100 km/h auf ~70 km/h; der Pilot empfand die Fahrtaufnahme als sehr lang.
- Langsame Fahrtaufnahme, Abdrift nach N: Während der Fahrtaufnahme driftete das Segelflugzeug nördlich der Pistenachse. Der Pilot sah zu wenig Piste voraus, zu viel Höhe fürs Feld dahinter, zu wenig für eine Platzrunde.
- 180°-Kehre zur Gegenrichtungslandung: Der Pilot setzte den Nordversatz fort und drehte zurück, um in Gegenrichtung zu landen. Empfohlen wird Geradeauslandung unter 100 m; die Ausklinkhöhe lag nahe diesem Wert.
- Sinkströmung, zu niedrig für Grasfeld: In der Kehre öffnete der Pilot kurz die Bremsklappen und fuhr sie wieder ein. Querab zur Piste geriet das Flugzeug in Sinkströmung und war zu niedrig für das Grasfeld.
- Abfangen auf Asphaltpiste, Kontrolle weg: Der Pilot richtete sich zur asphaltierten Piste aus. Beim Abfangen spürte er fehlende Steuerreaktionen und hatte keine Zeit zur Fahrtkontrolle; wohl ein Strömungsabriss.
- Strömungsabriss, Schleifen über 100 m: Das Segelflugzeug setzte mit Hauptrad und linker Tragfläche auf und schliff rund 100 m Richtung Abstellplatz; der Rumpf brach. Beide Insassen blieben unverletzt.