LS8-e neo Außenlandung auf querhängigem Feld, Tragfläche aufgesetzt, Baumkollision
Bei einer Außenlandung im Tal von Thorame-Basse wurde der Pilot einer LS8-e neo schwer verletzt; das Flugzeug wurde zerstört. Er startete in Sisteron-Vaumeilh, stieg auf 2.863 m und verlor dann Höhe. Im Tal geriet er in Lee-Sinken; Kreisen brachte keine Höhe. Nach 200 m Verlust wählte er ein scheinbar leicht ansteigendes Feld — ein FFVP-Sicherheitslandeplatz blieb ungenutzt. Endanflug bei rund 150 km/h über Grund; im Abfangen wurde die Querneigung des Feldes erkannt — Bugrad, dann linke Tragfläche berührten den Boden. Die LS8 hüpfte, rollte ans Feldende und prallte auf einen Baum.
- Gebirgsflug von Sisteron-Vaumeilh: LS8-e neo (elektrischer Selbststarter, HB-2550) auf einem lokalen Gebirgsflug. Pilot 72 J., Segelflugschein seit 2007, 1.420 h gesamt, 1.140 h auf LS8, 19 h in den letzten 3 Monaten; ca. 85 % der Flüge in Hochgebirgsregionen, typischerweise von Schänis (LSZX), Münster (LSPU) oder Nötsch (LOKN); hatte zuvor 11 Flüge / 48 h rund um Sisteron absolviert. Schleppstart um 13:55 von Sisteron-Vaumeilh, Richtung Ost; maximale Höhe 2.863 m um 14:50:53. Wetter: WNW-Wind 13–19 km/h mit Böen 28–37 km/h bodennah, Sicht >10 km, leichte bis mäßige Turbulenz, 12 °C.
- Lee-Subsidenz im Thorame-Basse-Tal: Ab 15:04 (bei 2.700 m) begann der Segler mit ca. -0,7 m/s im Mittel an Höhe zu verlieren. Um 15:27 erreichte der Pilot das Thorame-Basse-Tal bei 1.672 m. Météo-France-Analyse: NW-Wind 37–56 km/h am Kammgipfel ca. 5 km nordwestlich der Unfallstelle verursachte Lee-Subsidenz im Tal; Abwinde von geringer Intensität, aber für den Segelflug bedeutsam.
- Kreisen bringt keine Höhe: Der Pilot kreiste im Tal, um Höhe zu gewinnen, fand jedoch keinen Aufwind; er verlor weiter an Höhe in einem Sinken von -0,5 bis -3 m/s. Er gab an, dass der Elektromotor (bei 95 km/h Optimalgeschwindigkeit ca. 1 m/s Steigen) im starken Sinken nicht sinnvoll erschien.
- Außenlandeentscheid nach 200 m: Um 15:33 (bei 1.492 m), nach 200 m Höhenverlust, entschied er sich zur Außenlandung. Er wählte ein Feld, das er für leicht ansteigend hielt, kreiste noch einmal als letzten Versuch, Aufwind zu finden, und begann dann den Endanflug.
- Querneigung des Feldes unbemerkt: BEA: Die Gebirgsumgebung erschwerte wahrscheinlich die Horizontabschätzung und die Beurteilung der Feldneigung. Das Segelfluglehrbuch hält fest: ein quergeneigtes Feld ist zu vermeiden — es ist ein Garant für einen Bodenschleifer; weich konturierte Hänge sind von oben schwer zu erkennen. Die Querneigung erkannte der Pilot erst beim Ausflaren.
- Bekannte Notlandfläche unbekannt: Im FFVP-„Guide des aires de sécurité dans les Alpes“ ist das Notlandefeld LF0459 „Thorame-Basse“ einige hundert Meter vom gewählten Feld entfernt verzeichnet (Hinweise: NW landen, rechte Feldhälfte, NW-Wind bringt Turbulenz und heftige Rotoren). Der Pilot kannte dieses Notlandefeld nicht und hatte den FFVP-Führer nicht verwendet.
- Schneller Anflug, Flügelberührung: Der kurze Endanflug hatte ca. 20 % Gefälle bei -7,5 m/s mittlerer Sinkrate; Grundgeschwindigkeit ca. 150 km/h. Das Flughandbuch empfiehlt ca. 90 km/h im Anflug; bei Böen empfiehlt das Segelfluglehrbuch VOA = 1,3 × Vs + ½ × Maximalwind = ca. 122–131 km/h. Die angezeigte Geschwindigkeit betrug laut Pilot ca. 100 km/h; eine Grundgeschwindigkeit von 150 km/h deutet auf eine Rückenwindkomponente im Endanflug hin. Hauptrad, dann linker Flügel berührten das geneigte Gelände.
- Überhüpft, gerollt, Baumkollision: Der Segler überhüpfte, verlor die Richtungskontrolle, rollte zum Ende des Feldes, kollidierte mit einem Baum und kam in einem tiefer gelegenen Nachbarfeld zum Stillstand. Pilot schwer verletzt; Flugzeug zerstört. BEA-Sicherheitshinweise: alle bekannten Notlandefelder studieren, GPS-/Datenbankdaten aktuell halten, nicht ohne den neuesten Notlandefeld-Führer starten.