Arcus Geländekollision im Hangflug nach Lee-Abwind

Puigmal, France Schempp-Hirth Arcus

Am Puigmal verunglückte ein Schempp-Hirth Arcus bei einem Gebirgsschulungsflug; der Fluglehrer wurde verletzt, der Arcus zerstört. Nach dem Ausklinken in 2.300 m und Hangflug im Tal von Llo bei schwacher Thermik (rund 1 m/s) und Südwestwind übernahm der Fluglehrer die Steuerung, um den Talschluss-Kessel zu erreichen — Flüge im selben Sektor in den Vortagen könnten zur Selbstüberschätzung beigetragen haben. Beim Überfliegen eines Felsvorsprungs in geringer Höhe mit -2 m/s Sinken geriet der Arcus in einen schwer vorhersehbaren Lee-Abwind. Der Rumpf schlug auf, die linke Tragfläche riss ab, das Wrack rutschte rund 150 m hinab.

  1. Gebirgsschulung von La Llagonne: Lokaler Gebirgsflug-Schulungsflug von La Llagonne – La Quillane (66). Schleppstart 12:29 Ortszeit; Ausklinken 12:35 bei 685 m Höhengewinn (ca. 2.300 m MSL) am Eingang des Llo-Tals. Fluglehrer 70 Jahre, Segelflugschein seit 2010, ca. 6.000 h Segelflug (110 h in den letzten 3 Monaten), erfahrener Gebirgsflieger und Leiter von Gebirgsflug-Kursen dieses Vereins. Pilot 35 Jahre, Segelflugschein seit 2019, 500 h Segelflug und PPL(A), wollte im Gebirgsflug ausgebildet werden. Antizyklonale Bedingungen, trocken und ruhig; Windvorhersage 235°/19 km/h, Vertikalbewegungen ±1 m/s, Sicht >10 km, 13 °C.
  2. Schwacher Aufwind im Tal: Die Aerologie im Tal entsprach der Einweisung: schwacher Aufwind um 1 m/s und etwas Sinken. Der Fluglehrer wollte den großen Kessel am Talende erreichen, wo Greifvögel gut steigendes Wetter gezeigt hatten — dort war besserer Aufwind zu erwarten. Der Segler befand sich nach der anfänglichen Suche des Piloten bereits tief.
  3. Jüngste Flüge im gleichen Sektor: Der Fluglehrer hatte in den vorangegangenen Tagen denselben Sektor mit anderen Schülern beflogen und organisierte regelmäßig Gebirgsflug-Kurse für den Verein. BEA-Faktor: mögliche Selbstüberschätzung aufgrund dieser jüngsten Flüge.
  4. Querrücken in niedriger Höhe queren: Zwischen dem Segler und dem Kessel befand sich ein Felssporn. Der Fluglehrer schätzte, dass der Segler mit der aktuellen Geschwindigkeit und Höhe und unter Annahme von -2 m/s Sinken den Sporn überqueren und den besseren Aufwind dahinter erreichen konnte. Er entschied sich, den Sporn direkt zu überfliegen statt ins Tal zurückzukehren. Der Pilot war von der Bodennähe beeindruckt und nahm an, der Fluglehrer werde dem Hindernis ausweichen.
  5. Deutlicher Lee-Abwind: Kurz vor dem Felssporn geriet der Segler in den absinkenden Teil des SW-Windes auf der Leeseite des Geländes. Das LX 8000 zeichnete ca. eine Minute vor dem Aufprall 241°/20 km/h auf (ein früherer Punkt zeigte 221°/31 km/h). Das tatsächliche Sinken überstieg die angenommenen -2 m/s und verursachte einen raschen Höhenverlust. BEA-Faktor: Lee-Sinken ist schwer vorherzusagen.
  6. Kein Ausweichspielraum zum Tal: Angesichts des unerwarteten Sinkens und der geringen Höhe hatte der Fluglehrer keinen Spielraum mehr, ins Tal abzudrehen. Er verlor die Kontrolle über den Anflugwinkel zum Gelände und konnte die Kollision nicht mehr vermeiden. Letzter aufgezeichneter Punkt: 12:38:51 bei 44 m über Grund, ca. 2.440 m MSL.
  7. Geländeaufprall, Flugzeug zerstört: Der Rumpf traf den Hang; der linke Flügel trennte sich sofort und kam ca. 50 m oberhalb des Trümmerhaufens zum Liegen. Rumpf und rechter Flügel rutschten ca. 150 m den steilen Gras-/Felshang hinunter und blieben an einem Baum auf ca. 2.400 m MSL stehen. Nach dem Unfall wurden keine Gerätefehlfunktionen festgestellt; die Piloten meldeten kein abnormales Flugzeugverhalten. Fluglehrer verletzt; Flugzeug zerstört.
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