Ventus 2C Kontrollverlust im Endanflug — Schwächeanfall in Hitzewelle

Issoire, France Schempp-Hirth Ventus 2c

Vor der Piste von Issoire - Le Broc stürzte ein Ventus 2C fast senkrecht in ein Maisfeld; der Pilot kam ums Leben, das Flugzeug wurde zerstört. Hitzewelle bei 36 Grad C; Cockpit ohne Klima und kaum belüftet — Bedingungen, die einen Schwächeanfall begünstigen. Beim Schlepp konnte er dem Schleppflugzeug nicht folgen; nach 2 min 30 s klinkte er bei 350 m aus (statt üblich 600 m), keine Funkantwort. Die Platzrunde verlief unstet: starke Schwankungen, weite Schlusskurve, hoher Anflug. Nach Ausfahren der Bremsklappen ging der Ventus in einen Sturzflug. Obduktion: zuvor unerkannte fortgeschrittene Herzgefäßerkrankung.

  1. Schleppstart bei Hitzewelle: Schleppstart von Startbahn 36R in Issoire – Le Broc um 15:16 Uhr. Tagestemperatur 36 °C, NE-Wind 5 kt, CAVOK. Pilot 73 Jahre, SPL seit 2015, ca. 1.460 h Gesamtflugzeit (32 h in den letzten 3 Monaten), Klasse-2-Tauglichkeit gültig (Sehhilfe).
  2. Kabine unklimatisiert: Der Ventus 2C verfügt über keine Klimaanlage; die Belüftung erfolgt über ein kleines seitliches Fenster. Nach dem Schließen der Haube war der Pilot der vollen Umgebungstemperatur der Hitzewelle ausgesetzt. Die BEA stellt fest, dass diese Konfiguration die kardiovaskuläre Belastung und Dehydrierung erheblich verstärken kann.
  3. Unerkannte Herzerkrankung: Laut Obduktion: eine zuvor nicht erkannte fortgeschrittene Herzerkrankung, die mit einem Risiko für einen Schwächeanfall im Flug vereinbar ist. Toxikologie negativ. Die Ehefrau des Piloten berichtete von keiner laufenden medizinischen Behandlung. Die Klasse-2-Tauglichkeit war aktuell; keine kardialen Vorerkrankungen waren angegeben worden. BEA-Sicherheitshinweis: Herzerkrankungen können latent verlaufen und werden bei Routineuntersuchungen ohne deklarierte Vorgeschichte möglicherweise nicht erkannt.
  4. Pilot hält Position nicht: Der Schlepppilot beobachtete, dass der Segler die korrekte Position hinter dem Schlepper nicht halten konnte – zunächst wurden Thermiken als Ursache vermutet. Das Flugzeug befand sich im Steigflug zu tief und außerhalb der Achse. Als der Schlepppilot den Seglerpiloten ansprechen wollte, meldete dieser die Kabelauskupplung über Funk.
  5. Frühes Ausklinken auf 350 m: Nach ca. 2:30 min Schlepp klinkte der Pilot das Kabel auf 350 m aus (üblicher Ausklinkpunkt in Issoire: ca. 600 m) und leitete den Gegenanflug ein. Der Schlepppilot funkte zweimal, ob ein Problem vorliege; keine Antwort. Der Pilot gab im Platzrundenmuster keine Positionsmeldungen ab.
  6. Instabile Platzrunde und Endanflug: Zeugen beobachteten starke Nickwinkel- und Höhenschwankungen in der gesamten Platzrunde. Das letzte Kurvenende war weit und übersteuerte die Startbahnachse; der Segler befand sich im Hochanflug. Der Platzbetriebsleiter forderte den Piloten per Funk auf, die Bremsklappen auszufahren; diese wurden ausgefahren, doch der Nickwinkel schwankte weiter.
  7. Abruptes Nicken nach unten im Final: Wenige hundert Meter vor der Schwelle 36 senkte sich die Nase plötzlich, und der Segler ging nahezu senkrecht in ein Maisfeld. Die Wrackanalyse ergab: Steuergestängebrüche konsistent mit Aufprallkräften, kein Versagen vor dem Aufprall.
  8. Nahezu senkrechter Aufprall: Nahezu senkrechter Aufprall in einem Maisfeld ca. 500 m vor der Schwelle 36; Flugzeug zerstört (Vorderzelle stark beschädigt, Rumpf am hinteren Flügelholm gebrochen, Leitwerk am Seitenruderübergang gebrochen). Pilot tödlich verletzt. BEA-Szenario: Hitze und beengtes Cockpit haben vermutlich einen Schwächeanfall ausgelöst; der Pilot erkannte wahrscheinlich, dass er den Flug nicht fortsetzen konnte, klinkte frühzeitig aus, um rasch landen zu können – seine Flugleistung verschlechterte sich bis zum Kontrollverlust.
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