ASK 13 Außenlandung mit Stromleitung — Hangwechsel in unerwartetes Absinken

Claviers, France Alexander Schleicher ASK 13

Auf einem Schulungs-Hangflug bei Claviers im Var streifte eine ASK 13 bei einer Außenlandung eine Mittelspannungsleitung; Fluglehrer und Schüler wurden schwer verletzt, das Flugzeug zerstört. Ostwind 40 bis 50 km/h in 1.000 m. Briefing: über 1.000 m am Hang bleiben, Col de Saint Arnoux nicht überfliegen. Nach schwachem Steigen an der Ostflanke traf der Wechsel zur Südflanke auf unerwartetes Absinken; die ASK 13 querte den Col unter 1.000 m, keine Rückkehr möglich. Der Fluglehrer folgte dem Riou-Tal und wählte ein Feld. In der letzten Kurve traf die rechte Tragfläche die Leitung; harte Landung.

  1. Schulungs-Hangflug: Aeroschleppstart um 10:53 Uhr von Fayence (LFMF) für einen Schulungs-Hangflug an der Südostflanke des Canjuers-Plateaus; zunächst flog der Schüler. Seilausklinken um 10:58 Uhr auf 1.225 m Höhe nahe dem Kamm. Erste Ostflankenpassagen ergaben nur schwachen Aufwind (Mittel +0,15 m/s) bis maximal 1.250 m.
  2. Ungewöhnlicher Ostwind für die Region: Starker Ostwind 40–50 km/h auf 1.000 m Höhe mit mäßiger Turbulenz – für Fayence selten, das gewöhnlich Wellen- oder Thermikbedingungen aufweist. Météo-France: Oberflächenostwind 24 km/h, Böen bis 55 km/h; Gewitter näherten sich ab ~12 Uhr aus Südwesten. Der Fluglehrer erklärte, er sei trotz ~3.200 h Segelflug-Erfahrung überwiegend im Gebirge noch nie zuvor Ostwindbedingungen in Fayence begegnet.
  3. Einschränkungen der Morgenwetterlage: Die Einweisung des Chefpiloten verlangte: am Hang bleiben, bei Unterschreiten von 1.000 m Höhe auf dem Abstieg zum Platz zurückkehren (Gleitzahl ~10 bis Fayence vom Kamm), den Col de Saint Arnoux in Gelände ohne registrierte Notlandefelder nicht überfliegen, in keinen Leesektor eindringen. Der Chefpilot hatte geplant, jede Besatzung einzeln über die Windrisiken des Tages einzuweisen, erreichte diese Besatzung jedoch nicht mehr, da sie als erste starteten.
  4. Sektorwechsel in unerwartetes Absinken: Nach dem schwachen Aufwind an der Ostflanke leitete der Fluglehrer einen Wechsel zur Südflanke des Kammes ein. Das Segelflugzeug begann mit einem mittleren Absinken von -2,8 m/s – Leeabsinken und Rotoren auf dieser windabgewandten Flanke – was die Steigleistung erheblich verschlechterte. Der Fluglehrer übernahm die Steuerung um 11:01:40 Uhr auf 1.100 m, 2,7 km östlich des Col du Bel Homme.
  5. Überquerung des Cols unter 1.000 m: Um 11:02:36 Uhr unterschritt das Segelflugzeug 1.000 m, 400 m südlich des Col du Bel Homme – jenseits der in der Einweisung gesetzten Grenze am Col de Saint Arnoux. Eine Rückkehr nach Fayence war nicht mehr möglich. In diesem Sektor gab es keine registrierten Außenlandefelder.
  6. Außenlandesuche im Riou-Tal: Der Fluglehrer drehte nach Süden und folgte dem Riou-Tal auf der Suche nach einem geeigneten Außlandeplatz. Mit Hilfe des Schülers wurde ein scheinbar freies Feld ausgewählt – kein registriertes Feld. Der Fluglehrer flog einen vollständigen Kreis um das gewählte Feld, bevor er den Anflug einleitete.
  7. Rechter Flügel trifft Stromleitung: In der letzten Kurve in geringer Höhe kollidierte der rechte Flügel mit einer Mittelspannungsleitung, die quer über den Anflugweg gespannt war. Die Leitung löste sich ohne zu reißen von den Masten; der Aufprall verzögerte das Segelflugzeug abrupt und verursachte einen harten Bodenaufprall. Der Schüler erklärte später, das Feld wäre ohne die nicht sichtbare Leitung brauchbar gewesen.
  8. Harte Landung, Segelflugzeug zerstört: Segelflugzeug zerstört. Fluglehrer und Schüler wurden schwer verletzt. Weder das Segelflugzeug noch die Insassen führten einen Notfallsender mit. Beitragende Faktoren laut BEA: begrenzte Vertrautheit des Fluglehrers mit Ostwind-Aerologie trotz umfangreicher regionaler Erfahrung (trug dazu bei, den lokalen Platzbereich zu verlassen); geringe Höhe beim Außenlandeanflug (trug zur Kollision mit der Stromleitung bei).
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