LS6-b Strömungsabriss über der Piste — Thermiksuche unter 250-m-Minimum

Seyne-les-Alpes, France Rolladen-Schneider LS6-b

In Seyne-les-Alpes in den Alpes-de-Haute-Provence wurde der Pilot eines Rolladen-Schneider LS6-b bei einer harten Landung schwer verletzt; Fahrwerksschaden. Sein letzter Windenstart lag 7 Monate zurück. Er klinkte den Windenstart bei 350 m aus, flog zur Stadt Seyne und begann Kreise in etwa 175 m — unter dem empfohlenen Minimum von 250 m für die Platzrundeneingliederung. Die Höhe sank weiter. In rund 100 m im Gegenanflug zur Piste 31 schätzte er sich zu tief ein und wechselte zur Piste 13. Vor Bäumen am Pistenrand zog er hoch zum Überfliegen; die LS6 kippte in etwa 5 m flach ab und schlug hart auf der Piste auf.

  1. Windenstart, Rückkehr nach Fayence: Nach der Landung in Seyne-les-Alpes am Vorabend nach einem 9-stündigen versuchten Wellenflug von Fayence nach Italien und zurück bereitete der Pilot den Rückflug nach Fayence vor. Um 12:28 Uhr Ortszeit begann der Windenstart; Seilausklinken auf ~350 m Höhe (für die 1.100-m-Windenleine und Seynes Platzhöhe von ~1.200 m MSL nominal, laut FFVP).
  2. Erster Windenstart in Seyne: Der Pilot besaß seit 2015 eine SPL mit Windenberechtigung, ~1.150 h Segelflug gesamt (848 h auf der LS6), hatte jedoch in den vorangegangenen 12 Monaten nur 45 Windenstarts absolviert – der letzte im September 2023, ~7 Monate vor diesem Flug. Dies war sein erster Windenstart in Seyne-les-Alpes; der Chefpilot hatte lediglich eine Bodeneinweisung zu Seilrissszenarien, Außenlandefeldern und Pistenbesonderheiten gegeben.
  3. Chefpilot empfahl zu warten: Laut Chefpiloten sind die Bedingungen zu dieser Jahres- und Tageszeit in Seyne meist nicht günstig für den Streckenflug; es empfiehlt sich, auf die nachmittägliche Talbrise zu warten. Der Chefpilot schlug vor, den Start zu verzögern.
  4. Suche an Felshängen, tiefes Kreisen: Nach dem Ausklinken flog der Pilot in Richtung Seyne-Stadt (1,2 km NW des Platzes), wo ein anderes Segelflugzeug vor dem Start kreisend gesichtet worden war – statt zu den nördlichen Kämmen, wo nach dem Windenstart in Seyne typischerweise Aufwind gesucht wird. Es wurde nur Absinken angetroffen. Um 12:30:18 Uhr war das Segelflugzeug auf ~175 m AGL gesunken, und der Pilot begann, in Thermik zu kreisen – unterhalb des von der FFVP empfohlenen Mindestwertes von 250 m für die Platzrundeneingliederung.
  5. Anhaltendes Sinken, späte Rückkehr: Bei anhaltendem Absinken verlor das Segelflugzeug weiter an Höhe. Bei ~100 m drehte der Pilot zurück zum Platz und flog früh in den Queranflug für Piste 31 ein. Der Chefpilot empfahl per Funk, stattdessen direkten Endanflug auf Piste 13 zu melden, angesichts der geringen Höhe.
  6. Wechsel auf Piste 13 von der Seite: Da die Platzrunde für Piste 31 nicht mehr zu Ende geflogen werden konnte, wechselte der Pilot zu Piste 13 – der bevorzugten Landerichtung in Seyne wegen des 3%-Anstiegs, die auch bei leichtem Rückenwind bis 15 km/h genutzt wird. Der Pilot näherte sich Piste 13 seitlich statt auf der veröffentlichten Anflugachse.
  7. Aufziehen zum Überqueren von Bäumen: Bäume am Pistenrand lagen im Anflugweg. Um 12:32:50 Uhr zog der Pilot die Nase hoch, um sie bei ~23 m Höhe zu überqueren. Bei sehr geringer Energie überschritt dieses Aufziehen den kritischen Anstellwinkel.
  8. Strömungsabriss bei ~5 m, harte Landung: Das Segelflugzeug erlitt bei ~5 m über der Piste einen flachen Strömungsabriss (laut Zeuge Chefpilot) und fiel auf die Piste. Das Fahrwerk wurde beschädigt; die Klappen wurden in Landestellung vorgefunden. Der Pilot wurde schwer verletzt. Beitragender Faktor laut BEA (eingeschränkt): Der ausgeprägte Wunsch des Piloten, nach Fayence zurückzukehren, könnte zur späten Unterbrechung des Fluges beigetragen haben.
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