LS6-b Strömungsabriss über der Piste — Thermiksuche unter 250-m-Minimum
In Seyne-les-Alpes in den Alpes-de-Haute-Provence wurde der Pilot eines Rolladen-Schneider LS6-b bei einer harten Landung schwer verletzt; Fahrwerksschaden. Sein letzter Windenstart lag 7 Monate zurück. Er klinkte den Windenstart bei 350 m aus, flog zur Stadt Seyne und begann Kreise in etwa 175 m — unter dem empfohlenen Minimum von 250 m für die Platzrundeneingliederung. Die Höhe sank weiter. In rund 100 m im Gegenanflug zur Piste 31 schätzte er sich zu tief ein und wechselte zur Piste 13. Vor Bäumen am Pistenrand zog er hoch zum Überfliegen; die LS6 kippte in etwa 5 m flach ab und schlug hart auf der Piste auf.
- Windenstart, Rückkehr nach Fayence: Nach der Landung in Seyne-les-Alpes am Vorabend nach einem Wellenflugversuch nach Italien und zurück bereitete der Pilot den Rückflug vor; Windenstart mit Ausklinken bei ca. 350 m Höhe.
- Erster Windenstart in Seyne: Es war der erste Windenstart des Piloten in Seyne nach wenig Windenpraxis; der Chefpilot gab nur eine Bodeneinweisung zu Seilrissszenarien, Außenlandefeldern und Pistenbesonderheiten.
- Chefpilot empfahl zu warten: Zu dieser Jahres- und Tageszeit sind die Bedingungen dort meist ungünstig; es empfiehlt sich, auf die nachmittägliche Talbrise zu warten. Der Chefpilot schlug vor, den Start zu verzögern.
- Suche an Felshängen, tiefes Kreisen: Nach dem Ausklinken flog der Pilot Richtung Stadt statt zu den Kämmen, wo üblicherweise Aufwind gesucht wird; er fand nur Absinken und begann tief zu kreisen.
- Anhaltendes Sinken, späte Rückkehr: Bei anhaltendem Absinken verlor das Segelflugzeug weiter an Höhe; auf geringer Höhe drehte der Pilot zurück und flog früh in den Queranflug, der Chefpilot schlug direkten Endanflug vor.
- Wechsel auf Piste 13 von der Seite: Da die Platzrunde nicht zu Ende zu fliegen war, wechselte der Pilot zur bevorzugten Landerichtung, auch bei leichtem Rückenwind genutzt, und näherte sich seitlich statt auf der Anflugachse.
- Aufziehen zum Überqueren von Bäumen: Bäume am Pistenrand lagen im Anflugweg; der Pilot zog die Nase hoch, um sie zu überqueren. Bei sehr geringer Energie überschritt dieses Aufziehen den kritischen Anstellwinkel.
- Strömungsabriss bei ~5 m, harte Landung: Das Segelflugzeug erlitt einen flachen Strömungsabriss wenige Meter über der Piste und fiel darauf; das Fahrwerk wurde beschädigt, der Pilot schwer verletzt.