JS3 instabiler Anflug — Wind überschätzt, keine Anflugkorrektur versucht
In La Motte-du-Caire überschoss ein Jonker JS3 die Landebahn und kollidierte mit Bewuchs; Pilot unverletzt, JS3 erheblich beschädigt. Der Pilot — Fluglehrer mit 93 h auf Muster — überschätzte den Wind (gemeldet 30 km/h NNW mit möglichen Rotoren, tatsächlich schwache Talbrise) und flog absichtlich hoch. Im Queranflug stieg der JS3 rund 30 m; volle Bremsklappen brachten den Plan nicht zurück, das empfohlene Abtauchmanöver wurde nicht versucht. Nach abgebrochenem 180-Grad-Versuch wich der Pilot zum Notparkplatz und einem Feld aus. Windinformation nicht kreuzgeprüft, Anflugkorrektur nicht ausgeführt.
- Rückkehr nach Lokalflug: Nach etwa 3 h 30 lokalem Streckenflug kehrte der Pilot zur Vélisurface La Motte-du-Caire zurück und konfigurierte die JS3 für die Landung auf der ansteigenden nordseitigen Piste (Fahrwerk und Klappen ausgefahren).
- Bewusst hoher Anflug: Beitragender Faktor laut BEA: Der Pilot schätzte den Oberflächenwind aus NNW auf 30 km/h mit möglichen Rotoren über der ersten Pistenhälfte (Mistral-typische Bedenken) und flog daher einen bewusst hohen Anflugweg. Die tatsächlichen Bedingungen laut Météo-France: schwache nördliche Talbrise (11 km/h an der Oberfläche, Böen bis 37 km/h, 28 km/h auf 150 m AGL), keine Rotoren, keine Konvergenz/Absinken innerhalb von 4 km vom Platz.
- Wetterinfo nicht abgefragt: Der Pilot fragte keine Wetterinformation auf der Frequenz ab, obwohl er dies in der Vergangenheit getan hatte. Ein Vereinsinstruktor, der eine Woche zuvor mit ihm in einem Duo Discus geflogen war, hatte ihn darauf hingewiesen, nicht unterhalb des Hügels zu fliegen, der als Höhenreferenz dient, um möglichem Absinken auszuweichen.
- Begrenzte lokale Erfahrung: Zehn Jahre Sommerbesuche in La Motte-du-Caire, aber nur 6 Flüge dort im Jahr 2023 und 3 im Jahr 2024 auf der JS3, davon nur 2 mit nordseitigen Landungen.
- Höhengewinn im Queranflug: Beitragender Faktor laut BEA: Beim Eindrehen in den Queranflug stieg die angezeigte Fluggeschwindigkeit von 120 auf 155 km/h, und das Segelflugzeug gewann etwa 30 m Höhe. BEA: möglicherweise durch Thermik, möglicherweise durch Piloteneingaben zur Geschwindigkeitsreduzierung oder eine Kombination beider Ursachen.
- Volle Bremskraft eingesetzt: Da der Pilot erkannte, dass er zu hoch und zu schnell war, fuhr er Bremsklappen und Klappen auf Position L (+20°) vollständig aus und setzte den Anflug über die Piste fort. Das beobachtete Gleiten über dem Pistenabschnitt betrug ~6, was mit den JS3-Handbuchangaben für volle Bremsklappen übereinstimmt.
- Abgebrochene 180°-Kurve, späte Umlenkung: Bei einem Drittel der Piste, noch 75 m zu hoch, verschwenkte der Pilot nach links in Richtung einer geplanten 180°-Rechtskurve für eine gegenläufige Landung; der Plan wurde aufgegeben und die Pistenachse neu angesteuert in Richtung des veröffentlichten Notabstellplatzes. Bei noch 230 m verbleibender Piste und 40 m Höhe wurde dies als unzureichend beurteilt und der Pilot entschied sich, über das Ende hinaus ins Feld zu fliegen.
- Anflugkorrektur nicht eingeplant: Beitragender Faktor laut BEA („manque d'anticipation concernant la stratégie“): Das „Rattrapage de plan“ ist die veröffentlichte letzte Möglichkeit bei zu hohem Endanflug: mit vollen Bremsklappen eine ausgeprägte Nase-runter-Lage einnehmen, bis der Gleitweg unterschritten ist (optimale Anfluggeschwindigkeit wird geopfert), dann den Gleitweg wieder aufnehmen und auf VOA reduzieren. Dies erfordert 600 m vor dem Aufsetzen, vorherige Einweisung und muss bei der hohen Flächenbelastung der JS3 frühzeitig eingeplant werden. Der Pilot zog diese Option nicht in Betracht. Sicherheitslehre der BEA: Abbau von überschüssiger Geschwindigkeit allein reicht nicht aus, um einen Anflug zu stabilisieren.
- Vegetationsberührung, Bodenaufprall: Noch in der Luft beim Überfliegen des Bereichs zwischen Notabstellplatz und dem dahinter liegenden Feld berührte die JS3 Vegetation (Büsche zwischen den beiden Bereichen) und traf etwa 40 m weiter auf dem Boden auf. Segelflugzeug stark beschädigt; Pilot unverletzt.