Nimbus 4DLM prallt aus der Hangkurve gegen eine Felswand
Beide Piloten eines Nimbus 4DLM wurden tödlich verletzt, als das Segelflugzeug beim Gebirgsflug im Queyras nahe Vars in einer Rechtskurve gegen eine Felswand prallte; das Flugzeug wurde zerstört. Nach rund drei Stunden Gebirgsflug — über eine Stunde oberhalb 3000 m ohne Zusatzsauerstoff — drehte die Besatzung ins Tal, gegen höhere Bergkämme und vermutlich ohne klaren Horizont. In der Kurve ging die Kontrolle wahrscheinlich verloren, möglicherweise ein Strömungsabriss, aus zu geringer Höhe für ein Abfangen. Beitragend waren mögliche leichte Hypoxie, das schwere Flugzeug der Offenen Klasse und die unklare Aufgabenteilung der beiden Piloten.
- Alpen-Streckenflug, Queyras: Nach dem Schleppstart von Aspres-sur-Buëch um 12:57 Uhr war der Nimbus 4DLM (Offene Klasse, 26,5 m Spannweite) auf einem Alpenrundkurs; die Besatzung wechselte sich am Steuer ab.
- Schweres Hochleistungsflugzeug: Der Nimbus 4DLM ist schwer, träge – ein 26,5-m-Flugzeug braucht ~7 s für ±45° Querneigung, ein 15-m-Einsitzer nur ~4 s. Die Querruder wirken begrenzt. Der Kamm hat heftige Aerologie.
- Mögliche leichte Hypoxie: Beide Insassen verbrachten über 2 h oberhalb 2.500 m und über 1 h oberhalb 3.000 m ohne Sauerstoff; Hypoxieeffekte können ab 1.500 m auftreten, mit möglicher kognitiver Beeinträchtigung.
- Rollenverteilung zwischen Piloten unklar: Wer am Steuer war, als die Kontrolle verlorenging, konnte nicht geklärt werden, ebenso wenig die Interaktion der Piloten; Leitlinien fordern klare Rollenverteilung vor Doppelpilotenflügen.
- Rechtskurve zu höheren Gipfeln: Um 15:55 Uhr leitete die Besatzung auf 3.060 m / ~250 m AGL eine Rechtskurve ein. Der Blick war durch Gipfel von 3.200–3.350 m begrenzt, höher als das Flugzeug; Fahrt: 119–143 km/h.
- Kontrollverlust nahe der Felswand: Die Kontrolle ging wahrscheinlich während oder kurz nach der Kurve verloren, im gestörten Hangaufwind bei geringer Höhe und wenig Abstand zur Wand. Erholung war nicht möglich.
- Frontalaufschlag an der Felswand: Das Segelflugzeug prallte frontal mit erheblicher Energie gegen die Felswand und stürzte den Hang hinunter. Das Wrack wurde zwei Tage später gefunden; beide Insassen wurden tödlich verletzt.