ASK 21 tiefer Seilriss — Bremsklappen vor Höhenruder, harte Landung
Bei einem Schulungs-Windenstart in Orléans - Saint-Denis-de-l'Hôtel wurden Fluglehrer und Schüler einer Schleicher ASK 21 in einer harten Landung verletzt; Fluglehrer schwer, Schüler verletzt, ASK 21 leicht beschädigt. Wenige Meter nach dem Abheben riss das Windenseil aus unbestimmter Ursache. Der Fluglehrer ließ eine pädagogische Sekunde; der Schüler — erster Flug der Saison, rund 20 h — fuhr reflexartig die Bremsklappen aus, bevor das Höhenruder gedrückt war. Der Fluglehrer übernahm, kam aber zu spät. Frühes Ausfahren der Bremsklappen vor der Geschwindigkeitsrückgewinnung.
- Windenstart Piste 05 (Gras): Auf einem Schulungswindenstart von der Graspiste 05 in Orléans – Saint-Denis-de-l'Hôtel begann die ASK 21 mit Fluglehrer (700+ h, 300+ h auf dem Muster) und Schüler (~20 h, erster Flug der Saison) den Abhebevorgang.
- Seilriss in geringer Höhe: Wenige Meter über dem Boden löste sich kurz nach dem Abheben das Windenseil aus unbekannter Ursache. Die Vorflugkontrolle von Kupplung und Sollbruchstelle war unauffällig; die Nachunfallinspektion fand Kupplung und Seil intakt, und der Windenfahrer meldete keine technische Störung.
- Pädagogische Sekunde des Lehrers: Beitragender Faktor laut BEA: Der Fluglehrer entschied sich, dem Schüler „eine pädagogische Sekunde“ zur Reaktion zu lassen, statt sofort die Kontrolle zu übernehmen. Nach dem Unfall erkannte der Fluglehrer, dass diese Verzögerung angesichts der sehr geringen Höhe und der beim Seilriss noch beherrschbaren Fluglage zu lang war.
- Geringe Erfahrung des Schülers: Beitragender Faktor laut BEA: Der Schüler hatte ~20 h Gesamterfahrung und dies war sein erster Flug der Saison (Alleinflug im Vorjahr).
- Einbriefung: Bremsklappen zu früh: Der vor dem Start eingebriefene Handlungsablauf des Schülers lautete „Lage, Bremsklappen, geradeaus landen“. Nach dem Unfall erkannte der Fluglehrer, dass die Einbriefung das Drücken der Nase zuerst priorisieren und das Ausfahren der Bremsklappen erst nach Wiederherstellung von Lage und Geschwindigkeit vorsehen sollte. Der Betreiber erließ daraufhin eine interne Anweisung: Bei Seilriss in geringer Höhe übernimmt der Fluglehrer sofort die Kontrolle; Vorstart-Einbriefungen sollen mit tatsächlichen Steuerknüppelbewegungen geübt werden, damit der Reflex den Worten entspricht.
- Bremsklappen vor dem Drücken: In Ausführung des eingebrieften Ablaufs öffnete der Schüler die Bremsklappen reflexartig, bevor die Nase gedrückt worden war, um Fahrt aufzunehmen. Die Bremsklappen verringerten den Auftrieb und erhöhten den Widerstand in einem Moment, in dem das Segelflugzeug die verbleibende Höhe und Energie in Anfluggeschwindigkeit umwandeln musste.
- Übernahme durch Lehrer zu spät: Nach der kurzen Pause übernahm der Fluglehrer die Steuerung, fuhr die Bremsklappen ein und drückte die Nase – doch die Intervention kam zu spät, um den Flugweg vollständig zu stabilisieren.
- Harte Landung mit waagerechten Flügeln: Etwa zehn Sekunden nach Startbeginn traf das Segelflugzeug mit waagerechten Flügeln hart auf dem Boden auf. Der Fluglehrer wurde schwer verletzt (Wirbelbereich); der Schüler wurde verletzt; das Segelflugzeug wurde leicht beschädigt.