Calif A-21S Umkehrkurve ohne Höhencheck — Zaun und Solarmodul getroffen
Bei einer Umkehr nach frühem Ausklinken in Aspres-sur-Buëch in den Hautes-Alpes wurden Pilot und Passagier eines Caproni Calif A-21S verletzt; der Calif wurde zerstört. In etwa 30 m AGL hatte das Schleppflugzeug kurze Motorunregelmäßigkeiten; der Pilot klinkte aus und drehte sofort zurück, ohne Höhencheck. Die rechte Tragfläche traf den Zaun eines Solarfelds; der Calif stürzte in die Panele. Fehlerhafte Höhenschätzung durch täuschende Plateaurand-Optik und fehlende Kenntnis alternativer Außenlandefelder nach dem Platzwechsel ohne Briefing.
- Schleppstart, erster Steigflug: Der doppelsitzige Segler begann den Schleppstart auf Piste 18 in Aspres-sur-Buëch (LFNJ) — ein Hochflächenflugplatz auf 830 m mit um 15 m geneigter Piste und einem Tal in Pistenverlängerung. Bei ca. 30 m im ersten Steigflug näherte sich der Segler dem Pistenende nahe der Hochflächenkante.
- Triebwerksunregelmäßigkeiten Schlepp: Der Schleppflugzeugführer bemerkte bei ca. 30 m Triebwerksunregelmäßigkeiten (rechter Tank leer). Er drückte das Steuer, um die Fahrt zu erhalten, und wechselte auf den linken Tank; die Nennleistung wurde innerhalb von 2–4 Sekunden wiederhergestellt.
- Fliegerische Pause von 3,5 Jahren: Der Segelflugzeugführer (66 J., Segelflugschein seit 2008, ca. 700 h) hatte von Oktober 2020 bis Juni 2024 nicht geflogen. Vor dem Unfall absolvierte er zwei Auffrischungsflüge mit einem Fluglehrer (5.–8. Juli), einen Überprüfungsflug mit einem Prüfer (14. Juli) sowie drei PIC-Flüge für ca. 8 Stunden — der letzte am Vortag.
- Kein Einweisungsflug am neuen Platz: Als beitragender Faktor gilt: Als der Pilot im März 2024 nach Aspres-sur-Buëch wechselte, gab es keine Sicherheitseinweisung. Er hatte geplant, die Umgebung auf mögliche Außenlandefelder zu erkunden, hatte dies jedoch nicht getan. Ohne Kenntnis nahegelegener Felder konnte er diese bei seiner Notfallentscheidung nicht einbeziehen.
- Seilausklinkung, sofortige Umkehrkurve: Da der Pilot das Schleppflugzeug sinken und das Seil erschlaffen sah (er erinnerte sich an einen früheren Schleppunfall in Bagnères-de-Luchon 2020), klinkte er das Seil aus und leitete sofort eine Rechtskurve ein, um gegen-QFU auf der Piste zu landen — ohne Höhenmesser oder Fahrtmesser zu prüfen. Eine fehlerhafte Höheneinschätzung wird als beitragender Faktor gewertet: Der Blick auf das Tal von der Hochflächenkante verzerrte die Tiefenwahrnehmung.
- Rechte Fläche trifft Umzäunung: Während der tiefen Rechtskurve berührte die rechte Flügelspitze den Zaun eines angrenzenden Photovoltaikfeldes westlich von Piste 18/36. Der Kontakt destabilisierte den Segler.
- Kollision mit Solarpaneelen: Der Segler traf auf den Boden, schlitterte und begrub sich in der ersten Reihe der Solarpaneele. Segler zerstört; Pilot und Passagier verletzt.