DG-800 stößt bei zu tiefem Motorstartversuch an Baumkronen
Ein DG-800 Eigenstarter stieß nahe Issoire an Baumkronen, nachdem der Pilot zu tief einen Motorstart versucht hatte; der Pilot blieb unverletzt, das Flugzeug wurde erheblich beschädigt. Die Bedingungen waren schlechter als vorhergesagt; nach erfolgloser Aufwindsuche wählte er ein Feld unter 100 m. In der Kurve zum Endanflug fuhr er in rund 20 m den Propeller aus, um wegzusteigen — gewohnte Technik mit der Landung als Rückfalloption. Acht Sekunden später war der Motor nicht angesprungen, der Widerstand hatte das Sinken verstärkt, und das Flugzeug stieß in 20 m hohe Bäume. Der Propeller kam weit unter der Handbuch-Mindesthöhe von 400 m heraus.
- Lokalflug ab Le Broc: Der Pilot startete eigenständig um 11:49 Uhr ab Issoire–Le Broc; nach ca. 1 h 15 min Thermikfliegen und 1.580 m Maximalhöhe flog er in ein Tal südwestlich des Platzes auf Aufwindsuche.
- Ungünstige Aerologie: Die Bedingungen waren schlechter als prognostiziert: niedrige Bewölkung, schwache Thermik. Nach 10 Minuten erfolgloser Suche im Tal hatte der Segler noch ca. 611 m Höhe, unter 100 m AGL.
- Gewohnheitsmäßiger Motor-Durchstart: Die übliche Technik des Piloten war, den Propeller erst in der Außenlandeplatzrunde auszufahren und den Motor im Endanflug zu starten, mit der Landung als Rückfalloption bei Fehlstart.
- Propeller bei ca. 20 m AGL ausgefahren: Im Endanflug der Außenlandeplatzrunde fuhr der Pilot bei ca. 20 m AGL über dem Feld den Propeller aus; das Flughandbuch verlangt dies frühestens bei 400 m AGL nahe einer Landefläche.
- Erhöhte Sinkrate, Motor nicht gestartet: Laut Flughandbuch erhöht sich die Sinkrate bei ausgefahrenem Propeller und noch nicht laufendem Motor auf 90 km/h um ca. 2 m/s. Der Ausfahrvorgang dauert etwa 10 Sekunden.
- Kollision mit 20-m-Baumkronen: 8 Sekunden nach Beginn des Ausfahrvorgangs, Motor noch nicht laufend, prallte der Segler in 20 m hohe Baumwipfel; Tragfläche abgerissen, Seitenflosse gebrochen, Pilot unverletzt.