Pilot überzieht eine Pilatus B4 unter Grathöhe nach zu tiefem Ausklinken
Der Pilot einer Pilatus B4 wurde schwer verletzt und das Segelflugzeug zerstört, als es bei Ulrichen an einen Hang prallte. Der wenig erfahrene Pilot war am alpinen Lager erst für Alleinflüge freigegeben, mit der Weisung, über Grathöhe zu bleiben und sonst zu landen. Er klinkte auf etwa 2100 m über dem Chietal aus, unter den Graten; im Wissen, zu tief zu sein, flog er weiter, um eine Landung in Münster zu vermeiden. Dabei flog er langsame Achterschleifen nah an den flachen Hängen und beachtete die Fahrt kaum; in einer Kurve gegen das Tal fiel die Geschwindigkeit unter das Minimum, die B4 überzog, reagierte nicht mehr und schlug am Hang auf.
- Flugzeugschlepp taleinwärts: Während eines alpinen Segelfluglagers startete der Pilot in Münster im Flugzeugschlepp mit einer Pilatus B4 zu einem Alleinflug das Gomsertal aufwärts.
- Zu tiefes Ausklinken: Nach einer 180°-Kurve nahe der Oberwaldergrimsel klinkte der Pilot über dem Chietal auf etwa 2100 m aus, bereits unter den örtlichen Graten und entgegen der Weisung.
- Weiterflug statt Landung: Im Wissen, zu tief ausgeklinkt zu haben, flog der Pilot weiter, statt in Münster zu landen, wo die Reservierung des Segelflugzeugs eine frühe Landung zum letzten Flug des Tages gemacht hätte.
- Tiefer, langsamer Hangflug: Bei reiner Thermik über flachen Hängen flog der Pilot langsame Achterschleifen nah am Hang und ließ wenig Höhenreserve für Korrekturen.
- Kaum Fahrtüberwachung: Der Pilot flog vorwiegend nach Gefühl und beachtete den Fahrtmesser nahe am Hang kaum.
- Strömungsabriss, Kontrollverlust: In einer Kurve gegen das Tal sank die B4 in geringer Höhe unter die Mindestfluggeschwindigkeit, reagierte nicht mehr auf Steuereingaben und geriet außer Kontrolle.
- Absturz - schwer verletzt: Das Segelflugzeug prallte an einem steilen Hang bei Flieli, 1,5 km nordwestlich von Ulrichen, auf; der Pilot wurde schwer verletzt und das Flugzeug zerstört.