Pilot einer SZD-30 Pirat verliert beim Kreisen am böigen Grat den Geländeabstand
Der Pilot einer SZD-30 Pirat wurde tödlich verletzt, als das Segelflugzeug oberhalb von Zweisimmen in einen Hang prallte und zerstört wurde. Auf einem 50-km-FAI-Streckenflug ab Gruyère flog der frisch lizenzierte, wenig erfahrene Pilot über zwei Stunden. Am Fromattgrat, wo er auf etwa 1400 m kaum stieg, kreiste er mindestens dreimal nah am Hang in böiger Südwestturbulenz. Statt abzubrechen, kreiste er tief weiter, bis das Segelflugzeug den Geländeabstand verlor und nahezu senkrecht in den 25°-Grashang prallte. Wahrscheinliche Ursache war eine ungeeignete Hangflugtaktik, begünstigt durch Turbulenz, geringe Erfahrung und Ermüdung.
- Streckenflug in Thermik: Nach dem Schleppstart ab Gruyère und dem Ausklinken über der Schopfenspitze verlief der Streckenflug über Gros Mont, Gastlosen, Spillgerten und Stockhorn bei guter Thermik normal.
- Tiefes Kreisen am böigen Grat: Am Fromattgrat oberhalb von Zweisimmen begann der Pilot in starker, böiger Südwestturbulenz am Hang zu kreisen, während er kaum stieg.
- Geringer Geländeabstand: Das Segelflugzeug wurde nah am geneigten Gelände geflogen, wobei der Abstand zum Boden beim Kreisen am Hang wahrscheinlich falsch eingeschätzt wurde.
- Geringe Erfahrung und Ermüdung: Der Pilot verfügte über verhältnismäßig geringe allgemeine und sehr geringe voralpine Erfahrung und war nach rund 2,5 Stunden in warmer Kabine möglicherweise ermüdet.
- Weiteres enges Kreisen: Der Pilot kreiste mindestens dreimal in der turbulenten Luft am Grat weiter, statt zu einem sicheren Höhen- und Geländeabstand abzubrechen.
- Verlust der Sicherheitsmarge: Beim Kreisen nah am Hang in Turbulenz verlor das Segelflugzeug seine verbliebene Sicherheitsmarge zum Gelände und sank auf den Hang zu.
- Absturz - tödlich: Das Segelflugzeug prallte nahe dem Fromattgrat auf etwa 2007 m nahezu senkrecht in den 25°-Grashang, wurde zerstört und der Pilot tödlich verletzt.