Puchacz fängt Trudeln knapp über Grund ab und überzieht erneut
Beide Insassen einer SZD-50-3 Puchacz kamen ums Leben, das Segelflugzeug wurde zerstört, als es auf einem Schulflug in den Boden trudelte. Nach einem ersten Trudeln über sieben bis acht Umdrehungen fing es knapp über Grund ab, unterschritt aber beim Überfliegen eines Bahndamms in ~10 m erneut die Mindestfahrt, kippte über den linken Flügel und schlug fast senkrecht auf. Warum es zuerst trudelte, blieb offen, und das Abfangen kam sehr spät; die linke Trimmklappen-Betätigung war wohl lose oder verstellt, und beide Piloten hatten voll rechtes Seitenruder gegen die Linksdrehung getreten. Der unmittelbare Faktor war zu wenig Fahrt in Bodennähe.
- F-Schlepp zum Schulungsflug: Mit Fluglehrer und Flugschüler an Bord startete eine SZD-50-3 Puchacz in Schaffhausen im F-Schlepp zum Schulungsflug; über Siblingen klinkte die Besatzung in rund 900 m aus.
- Trudeln über 7–8 Umdrehungen: Der Flugweg nach dem Ausklinken blieb unbekannt; rund 18 Minuten später sahen Zeugen das Segelflugzeug trudeln, über sieben bis acht Umdrehungen. Warum es dazu kam, blieb offen.
- Linke Trimmklappen-Betätigung lose: Als einzige Auffälligkeit fand sich am Wrack die linke Trimmklappen-Betätigung, die schon vor dem Unfall lose oder verstellt gewesen sein dürfte; eine falsche Trimmstellung blieb möglich.
- Sehr spätes Abfangen über Grund: Erst nach mehreren Umdrehungen endete das Trudeln knapp über Grund, ein ungewöhnlich spätes Abfangen. Beide Piloten hatten das rechte Seitenruder voll gegen die Drehung getreten.
- Erneutes Überziehen am Bahndamm: Beim erzwungenen Überfliegen eines Bahndamms in rund 10 m AGL unterschritt das Segelflugzeug erneut die Mindestfahrt und kippte über den linken Flügel ab.
- Fast senkrechter Aufprall, tödlich: Das Segelflugzeug schlug bei geringer Vorwärtsfahrt in Linksschräglage fast senkrecht auf. Der Flugschüler starb beim Aufprall, der Fluglehrer noch am selben Tag; der Unfall war nicht überlebbar.