Discus B gerät im Thermikflug ins Linkstrudeln – keine Ausleitung

West of Gransden Lodge Airfield, Cambridgeshire, United Kingdom Schempp-Hirth Discus B

Der Pilot eines Discus B verunglückte bei Gransden Lodge in einem nicht ausgeleiteten Linkstrudeln tödlich; das Segelflugzeug wurde zerstört. Etwa zehn Minuten nach dem Windenstart sahen Zeugen den Discus im Linkstrudeln, erstmals auf rund 180 m AGL; er verschwand trudelnd aus der Sicht und schlug bei geringer Fahrt mit Nase voran und linker Tragfläche tief in ein Rapsfeld. Der Pilot hatte rund 19.600 h Erfahrung, davon 2 h auf dem Muster. Technische Mängel fanden sich nicht; der Schwerpunkt lag im zulässigen Bereich an der hinteren Grenze. Die Ursache blieb offen; eine Herzrhythmusstörung mit Handlungsunfähigkeit war nicht auszuschließen.

  1. Windenstart und Thermikflug: Ein Schempp-Hirth Discus B startete bei Gransden Lodge im Windenstart zu einem privaten Thermikflug an einem als gut beschriebenen Segelflugtag. Ein Fluglehrer in der Nähe bezeichnete den Start als lehrbuchmäßig; Wasserballast wurde nicht mitgeführt, die Sicht lag über 10 km und die Cumulusbasis bei rund 1.070 m AGL. Der Pilot hatte vor dem Flug eine Einweisung zu aktuellen Windenstart-Empfehlungen erhalten; absichtliches Trudeln war kein Thema.
  2. Wenig Erfahrung auf dem Muster (2 h): Der Pilot hatte rund 19.600 h Gesamterfahrung aus einer langen Berufslaufbahn als Verkehrspilot, aber nur 2 h auf dem Discus B und etwa 15 h auf Segelflugzeugen in den letzten 90 Tagen. Die meisten seiner Windenflüge bisher waren von kurzer Dauer. Der letzte Jahresübungsflug 2008 enthielt einen Trudelcheck auf einem anderen Muster, der als außergewöhnlich gut bewertet worden war.
  3. Linkstrudeln im Thermikflug: Rund zehn Minuten nach dem Ausklinken vom Windenseil sahen Bodenzeugen den Discus im voll entwickelten Linkstrudeln, erstmals erfasst auf etwa 180 m AGL. Ein technischer Auslöser fand sich nicht, ein ablenkendes Ereignis konnte nicht identifiziert werden. Hinweise auf eine geplante Trudelübung lagen nicht vor.
  4. Keine Ausleitung bis zum Aufprall: Der Discus verschwand weiter trudelnd aus der Sichtlinie der Zeugen; ein Notruf auf Funk erging nicht. Werksflugerprobungsdaten ergaben, dass das Trudeln im Discus B in der Regel innerhalb einer halben Umdrehung mit etwa 80 m Höhenverlust ausgeleitet wird, sodass die rund 180 m bei Sichtkontakt reichlich Spielraum boten. Warum keine Ausleitung gelang, blieb unbestimmt.
  5. Pilot tödlich verletzt; Discus zerstört: Der Discus schlug auf Kurs 170°M mit Nase voran, linker Tragfläche tief und geringer Fluggeschwindigkeit in ein Rapsfeld; der dichte Bewuchs dämpfte die Bewegung beim Aufprall. Der untere Cockpitbereich wurde stark beschädigt, die innere Vorderkante des linken Flügels delaminierte. Alle Flugsteuerungen waren vor dem Aufprall funktionsfähig. Der Schwerpunkt lag an der hinteren Grenze, jedoch im zulässigen Bereich, und galt nicht als ursächlich. Eine Herzrhythmusstörung mit Handlungsunfähigkeit war nicht auszuschließen; pathologische Hinweise auf eine Inkapazitierung fanden sich jedoch nicht.
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