Strömungsabriss in tiefer Endanflugkurve: Astir CS77 trudelt bei Außenlandung

Ratley, Warwickshire, United Kingdom Grob G102 Astir CS77

Bei einer Außenlandung nahe Ratley wurde der Pilot eines Grob G102 Astir CS77 tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Auf dem Rückflug ließen schwache Thermik und ausgebreitete Bewölkung den Astir nicht auf Höhe bleiben. Nach einem letzten Kreisen bis ~365 m MSL flog der Pilot südwestlich über ansteigendes Gelände und setzte zu einem kleinen Feld an. Die scharfe Linkskurve in den Endanflug unter 60 m AGL ging in ein beginnendes Linkstrudeln über; der Astir prallte mit hoher Sinkrate auf abschüssiges Gelände. Ursachen waren späte Feldwahl und eine Endanflugkurve unterhalb sicherer Höhe, verstärkt durch Lee-Abwinde am Steilhang.

  1. Streckenflug in schwacher Thermik: Ein einsitziger Grob G102 Astir CS77 startete im Windenstart in Aston Down zu einem geplanten Hin- und Rückflug nach Husbands Bosworth, etwa 110 km nordöstlich. Der Pilot besaß das Silberne Leistungsabzeichen, hatte rund 479 Flugstunden Gesamterfahrung (96 auf Muster) und etwa 24 Stunden in den letzten 90 Tagen. Auf dem Hinflug lag die mittlere Höhe bei rund 1 220 m MSL mit mehreren Thermikkreisen.
  2. Wolkenausbreitung schwächt Steigen: Der Bodenwind kam aus Südwest mit 18–28 km/h, vereinzelt Wolken bei ~1 310 m AGL, Sicht über 10 km. Pilotenmeldungen wiesen auf eine nach Nordosten ziehende Wolkenausbreitung im Raum Banbury hin — die Cumuli verschmolzen zu einer geschlossenen Schicht, die Einstrahlung und Thermikaktivität minderte. Ab 15:53 Uhr konnte der Astir trotz weiterer Kreisversuche auf dem Rückleg seine Arbeitshöhe nicht mehr halten.
  3. Späte Feldwahl in geringer Höhe: Auf ~700 m MSL begann der Pilot zu manövrieren, als wolle er kreisen, sank dann aber auf ~580 m und versuchte es erneut auf ~460 m. Nach sieben Kreisen verließ er die Thermik auf ~365 m MSL, rund 245 m über Grund, und flog südwestlich über ansteigendes Gelände in Richtung Ratley. Das gewählte Feld — die einzige unmittelbar sichtbare glatte Fläche — bot nur etwa 280 m diagonalen Lauf gegen den Wind. Größere Felder lagen nördlich des Steilhangs, wären aber nur über die rechte Schulter erkennbar gewesen. Etwa die Hälfte aller Außenlandeunfälle im Vereinigten Königreich werden auf späte Feldwahl zurückgeführt.
  4. Endanflugkurve unter 60 m AGL: Am östlichen Ortsrand von Ratley drehte der Astir in 60–90 m AGL auf Kurs ~030°, passend zum linken Gegenanflug für das gewählte Feld. Zeugen sahen ihn niedrig fliegen, wahrscheinlich unter 60 m über Grund, bevor eine scharfe Linkskurve auf den Endanflugkurs eingeleitet wurde. Verbandsempfehlungen sehen vor, den Eindrehen in den Endanflug nicht unterhalb ~90 m AGL zu beginnen; die hier geflogene Kurve lag unter dieser Marge und war möglicherweise zu tief, um kontrolliert ausgeflogen zu werden.
  5. Linkstrudeln nach Strömungsabriss: Beim Überqueren der Geländekante in südwestlicher Anströmung könnte ein örtlicher Lee-Abwind die Höhe weiter reduziert haben. Während der scharfen Linkskurve fiel die Nase ab, der weitere Flugweg wurde durch Bäume verdeckt. Die Aufschlaglage (steile Nase nach unten, leichte Linkslage, deutlicher Drehimpuls) deutete auf ein beginnendes Linkstrudeln nach Strömungsabriss hin. Das Flughandbuch des Astir weist darauf hin, dass jenseits von ~20° Querneigung beim Strömungsabriss der Flügel wegkippen kann.
  6. Pilot tödlich verletzt; Astir zerstört: Der Astir prallte mit hoher Sinkrate auf abschüssigem Gelände am Kopf eines flachen Tals auf, etwa gegen den zuletzt gesehenen Kurs. Der Rumpf brach unmittelbar vor dem Seitenleitwerk; die Innenstruktur bis zur Flügelhinterkante war stark deformiert. Der Pilot wurde tödlich verletzt; der Aufprall war nicht überlebbar, eine andere Gurtkonfiguration hätte den Ausgang nicht verändert. Die Untersuchung der Trümmer ergab keinen vorbestehenden Defekt oder Steuerungsausfall, die Obduktion fand keine medizinische Ursache des Unfalls.
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