Strömungsabriss in tiefer Endanflugkurve bei Flugschau-Vorführung
Bei einer Flugschau in Shoreham geriet der Pilot eines Swift S-1 im tiefen Endanflug in einen Strömungsabriss und wurde schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde erheblich beschädigt. Nach drei Querruderrollen am Schleppseil klinkte er bei rund 157 km/h aus und drehte 180° nach rechts zum Rückenwind-Landepunkt. Bei drohendem Überschießen fuhr er die Bremsklappen aus und leitete in rund 12 m AGL mit 50–60° Querneigung eine 180°-Linkskurve ein. Den Fahrtmesser kontrollierte er die letzten 8 Sekunden nicht; die Geschwindigkeit fiel unter die Kurven-Überziehgrenze, der linke Flügel kippte ab. Der Vorführdruck hatte die üblichen Margen ausgehöhlt.
- Flugschau-Vorführung, Schleppmuster: Ein einsitziges Kunstflug-Segelflugzeug vom Typ Swift S-1 flog als Teil eines Flugschau-Teams aus Segelflugzeug/Schleppmaschine und zwei Twister auf dem Flugplatz Shoreham. Der Pilot besaß eine Segelflugbescheinigung mit rund 473 h Gesamtzeit (57 auf Muster) und hatte seit 2006 27 Flugschauen geflogen. Wind aus 210° mit 11 km/h, Sicht 8 km, SCT 150 m AGL, BKN 215 m AGL. Die niedrige Wolkenuntergrenze zwang das Team in das tiefe Vorführprofil.
- Vorführdruck normalisiert tiefe Margen: Das Vorführprogramm sah eine Landung exakt am Startpunkt nahe der Schwelle der Graspiste 20 vor, um die Standzeit kurz zu halten. Der Pilot räumte später ein, das präzise Aufsetzen sei zulasten der fliegerischen Sorgfalt überbetont worden; er habe sich an Margen unterhalb der vereinsüblichen gewöhnt — das Abnormale sei normal geworden. Die Überziehwarnung des Swift war nicht eingeschaltet.
- Tiefes Ausklinken, Rückenwindanflug: Nach drei Querruderrollen am Schleppseil entstand erheblicher Durchhang. Um die Sollbruchstelle zu schonen, klinkte der Pilot bei rund 157 km/h knapp unterhalb der Wolkenuntergrenze in 150 m aus und drehte 180° nach rechts, um am Startpunkt mit Rückenwind zu landen. Eine Abschätzung der für eine sichere Landung erforderlichen Höhe, Geschwindigkeit und Position über dem Platz erfolgte vor dem Ausklinken nicht.
- Strömungsabriss in 180°-Kurve, 12 m AGL: Als er erkannte, dass er den Startpunkt überschießen würde, fuhr der Pilot die Bremsklappen aus; rund 7 Sekunden später entschied er sich angesichts schwindender Optionen für eine 180°-Linkskurve, um in den Wind auf die Asphaltpiste 20 zu landen. Die Kurve begann in rund 12 m AGL mit 50–60° Querneigung und durchgehend linkem Seitenruder. Den Fahrtmesser kontrollierte er die letzten 8 Sekunden nicht; die Eigengeschwindigkeit fiel unter die Kurven-Überziehgrenze von etwa 102 km/h, während das Ziel rund 120 km/h war. Mit Seitenruderausschlag und Schiebewinkel kippte der linke Flügel ab.
- Flügel kippt links ab, Aufprall Piste: Zwei Sekunden nach dem Abkippen schlug die linke Flügelspitze auf der Piste auf, unmittelbar gefolgt vom Bug, wobei die Maschine in steiler Nase-tief-Lage nach links rollte. Die Rumpfnase brach etwa auf halber Länge der Haubenschiene, blieb aber mit dem Rumpf verbunden; die Haube löste sich vor dem Stillstand. Der Pilot konnte sich aus dem Wrack befreien und wurde mit Rückenverletzungen ins Krankenhaus gebracht; das Segelflugzeug wurde erheblich beschädigt. Ursächlich wirkten die Rückenwindlandung ohne Fahrtmesser-Kontrolle (Geschwindigkeitseindruck aus dem Grundbild), die hohe Querneigung mit Seitenruder und ausgefahrenen Bremsklappen sowie der Vorführdruck, der die üblichen Sicherheitsmargen ausgehöhlt hatte.