K 10A überzieht tief am Hang in Föhn-Leeturbulenz
Der Pilot einer K 10A wurde tödlich verletzt, als die K 10A tief am Hang in Föhn-Leeturbulenz überzog und senkrecht in einen 45°-Hang stürzte; Flugzeug zerstört. Nach F-Schlepp ab Saanen und ~2 h Föhnthermik kam der Pilot (3:36 h Muster) tief auf 1.800 m MSL an. Ein Zeuge sah ihn auf 80 m AGL. Beim Versuch, Höhe zu gewinnen, unterschritt er die Mindestfluggeschwindigkeit; die Strömung riss ab und das Flugzeug ging in steilen Sturzflug über. Die Bremsklappen waren eingefahren — entgegen dem Spiralsturz-Verfahren. Masse/Schwerpunkt im Limit, keine technischen Mängel. Ursache: Strömungsabriss mit Geländekollision; falsche Hangflugtaktik in Föhn.
- F-Schlepp Saanen; zerrissene Föhnthermik: Der Pilot startete um 14:10 Uhr in Saanen im F-Schlepp mit seiner K 10A zu einem privaten Segelflug, bei Föhneinfluss mit zerrissener Thermik und böigem Südwind über dem Berner Oberland.
- Geringe Übung (3:36 h auf K 10A): Der Pilot hatte nur 3:36 h auf der Schleicher K 10A, davon 2:00 h in den letzten 90 Tagen. Masse 300 kg (max. 320 kg), Schwerpunkt mittig; fliegerische Ausbildung seit 1972.
- Tiefer Hangflug in Leeturbulenz: Nach rund zwei Stunden kam der Pilot tief bei der Alp Wildeneggli an und versuchte am Hang Höhe zu gewinnen, geriet dabei in Föhn-Leeturbulenz; der Unfall selbst wurde nicht beobachtet.
- Strömungsabriss in Sturzflug: Beim Versuch, Höhe zu gewinnen, unterschritt er in der Turbulenz die Mindestfluggeschwindigkeit; die Strömung riss am Segelflugzeug ab und es ging in einen steilen Sturzflug zum Boden über.
- Bremsklappen ein; Verfahren versäumt: Die Bremsklappen waren im Wrack eingefahren. Das Handbuch schreibt für den Übergang aus dem Trudeln in den Spiralsturz vor: erst Bremsklappen, dann abfangen — dies unterblieb hier.
- Senkrechter Aufprall am 45°-Hang: Das Segelflugzeug schlug sehr schnell und senkrecht am Alphang auf; die rechte Fläche riss ab, es wurde zerstört, der Pilot getötet. Keine technische oder medizinische Ursache.