ASW 24 kehrt nach tiefem Seilriss um statt geradeaus zu landen
In Brentor auf Dartmoor verunglückte eine ASW 24 im Windenstart tödlich; das Flugzeug wurde zerstört. Starker Ostwind mit Rotorturbulenz. In etwa 30 m über Platz riss die Sollbruchstelle. Der Pilot drückte nach und drehte nach links zur Platzrunde, statt geradeaus zu landen — rund 800 m Bahn standen noch zur Verfügung, BGA-Praxis ist Landung geradeaus. Über 90 Grad Kurve erreichte die Schräglage 60 Grad, in turbulenter Luft fiel die Geschwindigkeit auf etwa 94 km/h; die ASW 24 geriet in eine schnelle sinkende Linkskurve und schlug 14 s nach dem Riss fast senkrecht auf ginsterbedecktem Moor auf.
- Windenstart in Brentor: Schleicher ASW 24 beim Windenstart von Brentor Airfield (Dartmoor Gliding Society, Geländehöhe ca. 250 m). Der Pilot mit ca. 1.500 Segelflugstunden und ATPL-Hintergrund war an diesem Tag als zweiter gestartet. Wind ostlich, 37 km/h mit Böen bis 56 km/h zuvor; Start nach dem ersten Start (Discus B meldete starken Abtrieb) für ca. 1 Stunde unterbrochen und dann bei scheinbar ca. 37 km/h konstantem Wind wieder aufgenommen.
- Starke Gebirgswellen-Turbulenz: Brentor liegt in der bodennahen Turbulenzzone des Gebirgswellenbereichs lee von Dartmoor. Hubschrauberbesatzungen im Tal meldeten die schlimmste Turbulenz seit 7 Jahren; der frühere Discus-Pilot hatte Abtrieb von ca. 9 m/s erlebt — ca. das 3,5-Fache des Eigensinkvermögens bei dieser Fahrt — und sein Flugzeug für den Tag eingestellt.
- Sollbruchstelle bei ca. 30 m: Die Windensollbruchstelle trennte bei ca. 30 m über Platzhöhe und ca. 145 km/h angezeigter Fahrt. Die Trümmeranalyse zeigte normales Einschnüren der Sollbruchstelle — Versagen durch planmäßige Überlast, keine Materialermüdung.
- Geradeauslandung möglich: AAIB-Leistungsrechnung: Mit halbem Bremsklappen-Ausschlag, Gleitzahl 8,9 und 37 km/h Gegenwind wäre die Landestrecke vom Scheitelpunkt des Starts ca. 660 m betragen; mit vollem Bremsklappen-Ausschlag ca. 478 m. Die verbleibende Startbahnlänge voraus betrug ca. 800 m. Die BGA-empfohlene Reaktion nach einem tiefenWindenseilriss ist das Abfangmanöver gefolgt von der Geradeauslandung.
- Pilot dreht links in Kurzplatzrunde: Nach dem Abfangmanöver (mit Erreichen von ca. 85 m AGL und ca. 110 km/h) schaute der Pilot wiederholt nach links und nie nach rechts, gab dann eine halbe bis zwei Drittel Querruderausschlag links ein und leitete eine Linkskurve ein — offenbar um eine verkürzte Platzrunde zurück zum Startbereich zu fliegen, statt geradeaus zu landen.
- Querneigung 60° bei 94 km/h: Nach ca. 90° Kurvendrehung hatte die Querneigung 60° erreicht, die angezeigte Fahrt stabilisierte sich bei ca. 94 km/h in turbulenter Luft. Der Pilot gab weiter linke Querruderbefehle. Die Nase tauchte dann weit unter den Horizont, die Sinkrate stieg, und die Querlage rollte schnell durch 80°, während die Fahrt auf ca. 130 km/h anstieg.
- Aufprall — tödlich verletzt: Aufprall 14 Sekunden nach dem Seilriss auf ginsterbedecktem Moorland 86 m nördlich der Pistenkante, in nahezu senkrechter 90° Linkslage mit gesenkter Nase. Das Flugzeug wurde zerstört. Der Pilot wurde tödlich verletzt; der Unfall war angesichts der Aufpralllage und der begrenzten Cockpit-Energieabsorption nicht überlebbar.