Jantar Standard 2 trudelt nach Strömungsabriss im Windenstart
Bei einem Windenstart in Long Mynd verunglückte der Pilot einer Jantar Standard 2 tödlich; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach normalem Anrollen blieb die Jantar etwas länger flach, dann stieg die Nase abrupt in eine deutlich steilere Lage als normal. In rund 30 m AGL kippte der linke Flügel ab; die Jantar ging in ein Linkstrudeln über und sackte rasch durch bis zum Aufschlag rund 345 m von der Schwelle der Piste 36L. Der Pilot hatte 53 h Gesamtzeit (2 auf Muster). Ein zu großer Höhenrudereingang während der Steigrotation hob die Überziehgeschwindigkeit so an, dass der Strömungsabriss aus der verfügbaren Höhe nicht mehr auffangbar war.
- Windenstart, Piste 36L: Eine privat gehaltene SZD-48-1 Jantar Standard 2 begann einen Windenstart auf der Piste 36L in Long Mynd zu einem örtlichen Flug. Der Bodenwind kam aus Nordost mit rund 28 km/h. Der Pilot besaß ein nationales Bronze-Zeugnis mit 53 h Gesamtzeit (2 auf Muster, 38 h in den letzten 90 Tagen) und hatte erst kurz zuvor einen Anteil an der Jantar erworben sowie sie dreimal geflogen. Die Startwinde wurde von einem erfahrenen Berufsfahrer bedient, der die für diesen Mustertyp übliche Leistung anwandte.
- Zu großer Höhenrudereingang: Nach dem Abheben blieb die Jantar etwas länger als üblich flach, dann stieg die Nase sehr abrupt in eine deutlich steilere Lage als normal. Wahrscheinliche Ursache war ein während der Steigrotation zu groß gewählter Höhenrudereingang, der zu einer hohen Rotationsrate führte und damit die effektive Überziehgeschwindigkeit anhob.
- Strömungsabriss in ~30 m AGL: In rund 30 m AGL kippte der linke Flügel in der steilen Nase-hoch-Lage ab. Die Jantar Standard 2 hat eine 1g-Überziehgeschwindigkeit von rund 64 km/h, die mit zunehmender Rotationsrate deutlich ansteigt.
- Linkstrudeln, schneller Höhenverlust: Die Jantar drehte sich weiter nach links und sackte rasch durch, konsistent mit einem auf den Strömungsabriss folgenden Trudeln. Der Windenfahrer betätigte die Windenbremse und schaltete die Winde ab, als erkennbar wurde, dass sich der Start nicht mehr retten ließ.
- Aufschlag links der Mittellinie: Die Jantar schlug rund 345 m von der Schwelle der Piste 36L und rund 120 m links der verlängerten Mittellinie auf. Der Pilot wurde tödlich verletzt, das Segelflugzeug zerstört. Die Wrackuntersuchung fand keine Hinweise auf vorbestehende technische Mängel, asymmetrisches Ausfahren der Bremsklappen oder Fehler des Fahrtmessers; der Strömungsabriss und der Kontrollverlust waren aus der verfügbaren Höhe nicht mehr abzufangen.