Discus B kollidiert im Wettbewerbsflug unter Grathöhe mit Berghang

La Motte-du-Caire, France Schempp-Hirth Discus B

Der Pilot eines Discus B wurde bei einem Weltcup-Lauf im Bergsegelflug in den französischen Alpen tödlich verletzt, als das Segelflugzeug am Hang des Gourras-Massivs aufschlug; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach dem ersten Wendekreis drehte der Teamkollege wegen einer Gewitterbarriere zurück; der Discus B flog ostwärts entlang des Gache-Grats auf ~50 m über Grat weiter. Bei der Talquerung Richtung Gourras drückten Abwinde ihn unter Grathöhe; in der Nähe verliefen zwei Hochspannungsleitungen. Der rechte Flügel berührte den Hang in ~1 230 m und das Flugzeug zerbrach. Ursache war das tiefe Weiterfliegen bei ungünstigem Bergwetter.

  1. Bergweltcup-Etappe ab Vinon: Der Pilot startete um 13:26 Uhr in Vinon zur ersten Etappe eines Bergweltcup-Geschwindigkeitsrennens mit Wendekreisen (Cercles) um Rosans, Aiguines und La Javie sowie Rückkehr nach Vinon. Das Briefing prognostizierte Süd- bis Südwestwind mit 5-10 kt und Böen von 20-30 kt sowie eine Gewitterlinie auf NE-Achse zwischen Oraison und Digne-les-Bains.
  2. Gewitterlinie östlich der Strecke: Östlich der Strecke entwickelte sich eine Gewitterlinie mit starken Böen und örtlich eingeschränkter Sicht. Viele Teilnehmer landeten vorzeitig in Sisteron oder Château-Arnoux wegen der ungünstigen Wetterlage östlich der Unfallzone.
  3. Teamkollege dreht ab; Discus weiter: Nach dem ersten Wendekreis erkannte der Teamkollege eine Gewitterbarriere an der Montagne de Vaumuse und drehte nach Südwesten zurück. Der Pilot des Discus B flog dagegen weiter ostwärts in Richtung La Javie über die Montagne de Gache, anstatt der gebrieften Etappe nach Aiguines zu folgen.
  4. Gache-Grat mit ~50 m Reserve: GPS-Daten zeigten, dass der Discus B dem Grat der Montagne de Gache auf rund 1 350 m und etwa 50 m über dem Grat folgte — auf einer Bahn ostnordostwärts in Richtung Gourras-Grat (1 352 m).
  5. Talquerung in Abwinde: Das Segelflugzeug flog in das rund 700 m breite Tal zwischen dem Lauzas-Grat (1 305 m) und dem Gourras-Grat. Der Südwind über dem Gelände erzeugte vermutlich Abwinde, die das Flugzeug während der Querung unter Grathöhe drückten. Zwei Hochspannungsleitungen verliefen in der Nähe — eine nördlich oberhalb, eine östlich unterhalb des Unfallorts — und könnten zu einer späten Kursänderung Richtung Westen geführt haben.
  6. Rechter Flügel trifft Hang in ~1 230 m: Gegen 15:05 Uhr berührte der rechte Flügel den steilen Hang des Gourras-Massivs in rund 1 230 m auf einer Bahn von Ost nach West. Das Segelflugzeug zerbrach hangabwärts; der Pilot wurde tödlich verletzt. Die Untersuchung verwies als Ursache auf das Weiterfliegen in geringer Höhe bei ungünstigem Bergwetter.
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