DG-400 prallt gegen Alpenhang; Pilot nach 7-stündigem Flug dehydriert
Der Pilot einer DG-400 verunglückte am Westhang des Corn Alv im Val d'Agnel auf 2829 m MSL tödlich; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach dem Eigenstart in Kempten um 10:41 Uhr folgte ein Streckenflug; an den fünf Vortagen hatte er 4 bis 10 Stunden geflogen. Gegen 17:00 Uhr meldete er sich per Funk über dem San Bernardino auf 3800 m, im Rückflug übers Engadin. Das Wrack wurde zwei Tage später gefunden. Der Aufprall erfolgte mit geringer Geschwindigkeit in nahezu horizontaler Fluglage. Wahrscheinlich kam es in Hangnähe zum Kontrollverlust; ein Dehydrations- und Hungerzustand trug möglicherweise zu einer Beeinträchtigung bei.
- Eigenstart Kempten zum Streckenflug: Um 10:41 Uhr startet die DG-400 im Eigenstart in Kempten zu einem ausgedehnten Streckenflug Richtung Zürich – Innsbruck.
- 5 lange Streckenflugtage zuvor: An jedem der fünf vorangegangenen Tage absolviert der Pilot Streckenflüge mit einer Flugdauer zwischen 4 und 10 Stunden — der Unfallflug folgt einer Woche dauerhaft hoher Flugbelastung.
- Turbulentes Hangumfeld: An den Tagen um den Unfall herrschte starker Nordwind, der auf der Engadinerseite kräftige Böen und Abwinde zur Folge hatte; Flug in Hangnähe war unter diesen Bedingungen anspruchsvoll.
- Hangflug nach 7 h in der Luft: Gegen 17:00 Uhr meldete der Pilot per Funk, er befinde sich über dem San Bernardino auf 3800 m; nach rund sieben Stunden in der Luft flog er nahe einem Westhang im Val d'Agnel.
- Dehydrations- und Hungerzustand: Im Wrack lagen weder Getränke, Essen noch eine Kopfbedeckung; die Autopsie ergab einen ausgeprägten Dehydrations- und Hungerzustand, vereinbar mit beeinträchtigter Konzentration und Urteilskraft.
- Wahrscheinlicher Kontrollverlust: Im turbulenten Hangumfeld und wahrscheinlich unter dem Einfluss von Ermüdung und Dehydration verliert der Pilot vermutlich in geringer Höhe über dem Gelände die Kontrolle über das Segelflugzeug.
- Aufprall am Westhang des Corn Alv: Die DG-400 prallte am Westhang des Corn Alv auf 2829 m MSL mit geringer Fluggeschwindigkeit und nahezu horizontaler Fluglage gegen eine Felspartie; der Pilot wurde tödlich verletzt.