Glasflügel 304 eS FES-Lithium-Akku-Brand bei Aufsetzen; Ursache nicht ermittelt
Bei einem normalen Aufsetzen in Parham entzündete sich der vordere FES-Lithium-Polymer-Akku eines Glasflügel 304 eS durch einen elektrischen Überschlag. Beim Landerollen drang Rauch ins Cockpit; der Pilot beendete die Landung und stieg sicher aus. Durch die abgesprengte Akkufachabdeckung entwickelte sich ein äußerer Brand, der nach erfolglosem CO2-Einsatz mit Schaum gelöscht wurde. Erheblicher Brandschaden an FES-Akkufach und Rumpfstruktur; Pilot unverletzt. Ursache des Überschlags nicht ermittelt. Zweiter von drei bekannten FES-Akku-Bränden; drei Sicherheitsempfehlungen folgten für verpflichtende Brandwarnsysteme in FES-Segelflugzeugen.
- Schlepptow-Landung: Nach einem Aeroschleppstart in Parham, 38 Minuten Hangflug, kurzem FES-Motoreinsatz (4 Minuten) während eines Regenschauers und etwa 1 Stunde 15 Minuten weiterem Segelflug kehrte der Pilot nach Parham zurück. Normaler Platzrunde und sanftes Aufsetzen auf der Graspiste 04.
- Akku entzündet sich beim Aufsetzen: Im Moment des Aufsetzens verursachte ein elektrischer Lichtbogenüberschlag im vorderen FES-Lithium-Polymer-Akku dessen Entzündung. Der Akkufachdeckel brach von innen nach oben auf und löste sich. Die Ursache des Lichtbogenüberschlags konnte trotz umfangreicher Untersuchung nicht ermittelt werden.
- Rauch dringt ins Cockpit: Während des Ausrollens erzeugte der brennende Akku Rauch und Dämpfe, die nach vorn ins Cockpit zogen; der Pilot bemerkte Brandgeruch und sichtbaren Rauch. FCU-Warnmeldungen wurden nicht wahrgenommen.
- Pilot verlässt das Segelflugzeug: Nach dem Ausrollen verließ der Pilot das Cockpit unverletzt auf normalem Weg, nachdem er Rauch und Brand bemerkt hatte.
- Brand breitet sich außen aus: Nachdem der Pilot das Flugzeug verlassen hatte, ermöglichte der fehlende Akkufachdeckel das Austreten von Flammen aus dem vorderen Akkufach, was zu erheblichen Brandschäden am Akkukasten des Rumpfes und der umgebenden Struktur führte.
- Brandbekämpfung mit Schaum: Die Flugplatzfeuerwehr versuchte zunächst erfolglos, den Brand mit einem CO₂-Löscher zu bekämpfen; anschließend wurde das Feuer durch Einbringen von wässrigem Filmbildungsschaum in das FES-Akkufach erfolgreich gelöscht.
- Brandschaden; Sicherheitsempfehlungen: Pilot unverletzt. Erhebliche Brandschäden am vorderen FES-Akku, dessen Fach und der angrenzenden Rumpfstruktur. Dieser Brand war zum damaligen Zeitpunkt der zweite von drei bekannten FES-Akkubränden. Eine Bestandsaufnahme von Akkus im Betrieb ergab metallische Partikel in einem erheblichen Anteil; Schwingungstests zeigten Reibverschleiß an den Zellbeuteln, jedoch nicht schwer genug allein, um einen Lichtbogenüberschlag zu verursachen. Das AAIB-Sonderblatt S3/2017 enthielt drei Sicherheitsempfehlungen an die EASA zur Einführung von Brandwarnsystemen in FES-ausgerüsteten Segelflugzeugen. Segelflugzeug- und FES-Hersteller führten zusätzliche Maßnahmen ein.