Twin Astir: Pilot kurz handlungsunfähig nach Windenabbruch, mehrere Bodenkontakte

Seighford Airfield, United Kingdom Grob G103 Twin Astir II

In Seighford wurde der Pilot eines Grob G103 Twin Astir II im Windenstart schwer verletzt; das Flugzeug wurde schwer beschädigt. Allein im Vordersitz hörte er in etwa 60 m AGL einen lauten Knall und brach den Start mit kräftigem Pitch-down ab; Staub stieg unter negativer G-Last auf, das Seil löste sich selbst vom Bauchhaken. Kurz darauf wurde der Pilot kurzzeitig handlungsunfähig — bei Bewusstsein, aber unfähig, Längsneigung oder Bremsklappen zu steuern; die Ursache der Beeinträchtigung blieb unbestimmt. Der Twin Astir pendelte, schlug horizontal auf, sprang ab, schlug zweimal auf; das Leitwerk brach ab.

  1. Allein-Windenstart, Vordersitz: Grob G103 Twin Astir II (G-CKRH, Baujahr 1981, SN 3596) beim Allein-Windenstart vom Flugplatz Seighford. Pilot 60 Jahre, Segelflugzeugführerschein, 181 Stunden gesamt / 45 Stunden auf dem Muster, 9 Stunden in den letzten 90 Tagen, 1 Stunde in den letzten 28 Tagen. Flug vom Vordersitz. Segelflugzeug war kürzlich überholt worden und mit neuen energieabsorbierenden Sitzpolstern und Sicherheitsgurten ausgestattet.
  2. Lauter Knall bei ~60 m: Der Start begann normal, das Segelflugzeug ging in eine Nase-hoch-Lage. Bei ca. 60 m AGL hörte der Pilot einen „lauten Knall“ und nahm an, die Sollbruchstelle des Windenseils sei gerissen. AAIB-Analyse: Das Geräusch könnte dadurch entstanden sein, dass der Seilring unter Last im Kupplungshaken beim Durchfahren des Windgradienten verrutschte (kein Defekt an der Seilbaugruppe festgestellt).
  3. Nase runter zum Abbruch, zu stark: Der Pilot drückte die Nase nach unten, um den Windenstart abzubrechen. Er bemerkte aufgewirbelten Staub vom Cockpitboden in seinem Sichtfeld durch die negativen g-Kräfte und erkannte, dass sein Eingabe zu groß war.
  4. Kabel löst vom Bauchkupplungshaken: Das Windenseil löste sich vom Bauchkupplungshaken. Die Nachuntersuchung ergab intakte Sollbruchstellen und einwandfreies Seil – übereinstimmend mit einer Selbstlösung (Sicherheitsmechanismus des Windenhakens, der das Seil ohne Piloteneingriff löst, wenn eine rückwärtige Last wirkt; beim Startabbruch kann der aerodynamische Widerstand des Seils dies auslösen).
  5. Pilot kurz handlungsunfähig: Kurz nach dem Abbruch wurde der Pilot vorübergehend handlungsunfähig – er blieb bewusst, konnte aber die Nicklage des Segelflugzeugs nicht beeinflussen und die Bremsklappen nicht öffnen. Die medizinische Abteilung der CAA: kurzzeitige negative g-Kräfte reichten für eine Handlungsunfähigkeit nicht aus; das Gleichgewichtssystem war durch eine kurz zuvor durchgemachte grippale Erkrankung wahrscheinlich nicht beeinträchtigt. Rettungskräfte notierten niedrigen Blutsauerstoff am Unfallort; Sauerstoffgabe für 2 Tage im Krankenhaus. Ursache der Handlungsunfähigkeit blieb ungeklärt.
  6. Nickoszillation, Bremsklappen zu: Da der Pilot handlungsunfähig war und keine Steueringaben machen konnte, wurde beobachtet, wie das Segelflugzeug in der Nicklage oszillierte, bei eingezogenen Bremsklappen.
  7. Mehrere Aufpralle, Leitwerk löst ab: Das Segelflugzeug traf in Normalfluglage auf den Boden, schoss zurück in die Luft und traf zweimal erneut auf. Bei den letzten Aufprallen lösten sich Seitenflosse und Höhenleitwerk an der Flossenwurzel vom Rumpf. Pilot schwer verletzt. Segelflugzeug erheblich beschädigt (Leitwerk abgelöst, Schäden an Nase und vorderem Cockpitbereich).
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