Discus b kollidiert mit dem Hang – wahrscheinlich Handlungsunfähigkeit

Gryon, Switzerland Schempp-Hirth Discus B

Am 31. Mai 2009 wurde der Pilot eines Discus b an einem Hang nahe Gryon tödlich verletzt; das Segelflugzeug schlug nahezu senkrecht auf und wurde zerstört. Kurz zuvor auf das Muster umgeschult, startete er um 13:04 Uhr im Schlepp ab Bex und klinkte nordwestlich des Col de la Croix zum Hangflug aus. Nach rund 45 Minuten beobachteten Zeugen eine Kurve in den Hang mit zunehmender Schräglage und steilerer Nase, ohne Abfangen, bis zum Aufprall. Technische Mängel fanden sich keine; ursächlich war höchstwahrscheinlich eine plötzliche Handlungsunfähigkeit infolge einer chronischen Erkrankung, die der Pilot dem Fliegerarzt nicht gemeldet hatte.

  1. Flugzeugschlepp Bex, Col de la Croix: Um 13:04 Uhr LT startet der Discus b im Flugzeugschlepp ab Bex in zweiter Position; rund zehn Minuten später klinkt der Pilot nordwestlich des Col de la Croix aus und betreibt Hangflug im Raum Leysin – Villars-sur-Ollon – Gryon.
  2. Geringe Erfahrung auf dem Muster: Der Pilot besitzt die Segelfluglizenz seit etwa einem Jahr. Die Gesamtflugzeit auf Segelflugzeugen beträgt rund 60 Stunden, die Zeit auf dem Discus b etwa 1 Stunde 29 Minuten aus drei vom Fluglehrer eingetragenen Umschulungsflügen – es ist sein erster Alleinflug auf dem Muster ausserhalb der Platzrunde.
  3. Zeugen: auffällige Flugbahn: Nach rund 45 Minuten Hangflug fällt das Flugzeug einer Gruppe von Modellflug-Begeisterten bei Les Frasses südöstlich von Villars-sur-Ollon auf. Ein Zeuge berichtet von einem ungewöhnlichen Pfeifgeräusch, ein weiterer sieht das Flugzeug weiter kreisen, ohne dass ein Aufrichten erkennbar ist.
  4. Kurve gegen den Hang ohne Korrektur: Das Flugzeug setzt seine Kurve in den Hang hinein fort, mit fortschreitend grösserer Schräglage und immer steilerer Nase. Eine Steuereingabe zum Abfangen ist nicht zu beobachten. Die letzte Dreiviertelkurve endet beinahe senkrecht.
  5. Fast senkrechter Aufprall auf Weide: Der Discus b schlägt nahezu senkrecht auf einer Weide nahe Gryon auf. Das Cockpit dringt in den lockeren Mutterboden ein, die Flügelvorderkanten stoppen das weitere Eindringen des Rumpfes, der etwa 50 cm hinter der Flügelhinterkante bricht. Das Flugzeug wird zerstört, der Pilot tödlich verletzt.
  6. Handlungsunfähigkeit; nicht gemeldet: Die Untersuchung findet keine technischen Mängel; Masse und Schwerpunkt liegen innerhalb der Grenzen, die teilweise ausgefahrenen Bremsklappen sind aufprallbedingt. Der Pilot besass ein gültiges flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis Klasse 2, hatte dem Fliegerarzt jedoch eine vorbestehende chronische Erkrankung und einen kürzlichen erheblichen Eingriff nicht gemeldet – Angaben, die zur Untauglichkeit geführt hätten. Aufprallbedingte Schäden verhinderten den forensischen Nachweis, doch beobachtete Flugbahn und medizinischer Hintergrund weisen zusammen auf eine plötzliche Handlungsunfähigkeit als wahrscheinlichste Ursache des Kontrollverlusts hin.
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