DG-300 verliert in geringer Höhe Kontrolle nach gesundheitlicher Beeinträchtigung
Am 23. Juni 2010 wurde der Pilot einer DG-300 Elan auf einem Wettbewerbsflug östlich von Les Rochat tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Bereits am Vorabend hatte er über Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme geklagt, flog die Aufgabe aber dennoch. Nach dem Start im Schlepp ab Yverdon verlor das Segelflugzeug im Reiseflug bei Creux-du-Van in acht Sekunden 200 m im Geradeausflug; es folgten zwei brüske Linkskurven, bis es mit 115 km/h in hohe Tannen einschlug. Es erfolgte kein Notruf, technische Mängel lagen keine vor. Wahrscheinliche Ursache war eine plötzliche gesundheitliche Beeinträchtigung.
- Wettbewerbsstart in Yverdon: Am vorletzten Tag der Schweizermeisterschaft 2010 in Yverdon startet die DG-300 Elan um 13 Uhr LT im Flugzeugschlepp zur Tagesaufgabe; um 14:35 LT überfliegt der Pilot die Startlinie.
- Pilot seit Vorabend unwohl: Bereits am Vorabend fühlt sich der Pilot unwohl, klagt über Kopfschmerzen sowie Kreislaufprobleme und verzichtet auf das Nachtessen. Am Unfallmorgen meldet er erneut Kopfschmerzen und fragt, ob der Start verschoben werden könne, fliegt die Aufgabe aber dennoch; Umstehenden fällt eine für die Temperatur auffällige Kleidung auf, etwa eine eng über die Stirn gezogene Kapuze.
- 200 m Höhenverlust in 8 Sekunden: Im Reiseflug in geringer Höhe nahe dem Creux-du-Van zeigt die Flugaufzeichnung, dass das Segelflugzeug in scheinbar ruhigem Geradeausflug innerhalb acht Sekunden rund 200 m Höhe verliert — ein für das Profil des Piloten untypischer Verlauf, der auf ein akutes Ereignis im Cockpit hindeutet.
- Zwei Linkskurven, hohe Sinkrate: Anschliessend zeigt der Flugweg eine brüske Linkskurve mit kurzer Steigflugphase, gefolgt von einer zweiten Linkskurve mit hoher Sinkrate. Diese Phase dauert nur 24 bis 30 Sekunden; weder ein Notruf noch ein Absprungversuch erfolgt.
- Aufprall in hohe Tannen: Das Segelflugzeug schlägt rund 1 km östlich von Les Rochat mit etwa 40° Längsneigung und leichter Querneigung links in hohe Tannen ein; die Fahrtmesseranzeige ist bei 115 km/h blockiert. Die Trümmer verteilen sich über rund 50 m; der Pilot wird tödlich verletzt.
- Vermutete Handlungsunfähigkeit: Die Untersuchung findet keine vorbestandenen technischen Mängel. Die Befunde am Unfallort, die Vorgeschichte vom Vorabend und der untypische Flugverlauf stützen eine plötzlich eingetretene gesundheitliche Beeinträchtigung als wahrscheinlichste Ursache des Kontrollverlusts.