Discus CS überholt Gleitschirm am Hang; Kollision im Flug
Bei einer Kollision im Flug nahe der Galmihornhütte wurden die Piloten eines Discus CS und eines Gleitschirms Advance Sigma 7 tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört, der Gleitschirm beschädigt. Schwache Thermik hatte den Verkehr im engen Hangbereich oberhalb von Münster konzentriert. Nach längerer Hangarbeit überholte der Pilot des Discus CS den Gleitschirm links mit etwa dreifacher Geschwindigkeit und leitete eine Rechtskurve zurück über dessen Flugweg ein. Der rechte Flügel streifte die Leinen; das Segelflugzeug geriet ins Trudeln und prallte auf. Wahrscheinliche Ursache: Überholmanöver mit Sichtverlust auf den Gleitschirm.
- Hangflug bei dichtem Verkehr: Der Segelflugpilot startete im F-Schlepp ab Piste 05 in Münster und klinkte auf rund 2780 m MSL beim Risihorn aus. Über dem Grat der Galmihornhütte, etwa 2,2 km nordwestlich des Flugplatzes, flog er rund 54 Minuten Achten am Hang auf etwa 2400 m MSL, ohne nennenswert an Höhe zu gewinnen. Die schwache Thermik hielt den lokalen Segelflugverkehr in einem engen Radius um den Flugplatz; in den letzten zehn Minuten vor der Kollision befanden sich rund 18 weitere Luftfahrzeuge in der Nähe, zehn davon innerhalb von etwa 250 m vertikal.
- Mischbetrieb Segler und Gleitschirm: Die schwache Thermik konzentrierte Segelflugzeuge und Gleitschirme im gleichen kleinen Hangbereich. Eine veröffentlichte Ausnahmeregelung erlaubte Gleitschirmen im Sommer das Durchfliegen der 5-km-Zone um den Flugplatz. Im Briefing vor Flugbetrieb war eine Kollisionsgefahr mit Gleitschirmen kein Thema, da nach der Meisterschaft der Vorwoche keine ungewöhnliche Konzentration erwartet wurde.
- Gleitschirm steigt auf Seglerhöhe: Der Gleitschirm war zuvor von der Fiescheralp gestartet und hatte sich entlang der Route in der Thermik gehalten. An der Galmihornhütte traf er auf rund 2200 m MSL ein, kreiste drei Minuten in einem Aufwind und gewann dabei etwa 135 m. Anschließend flog er geradeaus in nordöstlicher Richtung weiter, knapp über dem Segelflugzeug, das weiterhin Achten am Hang flog.
- Überholen links mit dreifacher Fahrt: Der Pilot des Discus CS überholte den Gleitschirm auf dessen linker Seite, den Hang zu seiner eigenen Linken, auf einem Kurs rund 20° geringer als der des Gleitschirms und mit etwa dreifacher Geschwindigkeit. Die Verkehrsregeln untersagen einem am Hang fliegenden Segelflugzeug, ein anderes Luftfahrzeug in ungefähr gleicher Höhe zu überholen.
- Rechtskurve zurück über Flugweg: Unmittelbar nach dem Überholen leitete der Pilot des Discus CS eine Rechtskurve ein — vom Hang weg und in Richtung der Position des Gleitschirms — vermutlich zum Beginn einer weiteren Acht. Wahrscheinlich hatte er den Gleitschirm bereits vor Beginn der Kurve aus den Augen verloren; mit dem Hang zur Linken, der geringen Höhe über Grund und dem Gleitschirm zur Rechten blieb kein Ausweichraum.
- Flügel streift Leinen; Trudeln: Der rechte Flügel des Segelflugzeugs berührte die Leinen des Gleitschirms und hinterließ blau-grüne, gelb-grüne und rote Schleifspuren an der Vorderkante. Der einseitige Widerstand ließ den Discus CS um seine Hochachse rotieren, vergleichbar mit einem Trudeln. Die Kollision ereignete sich auf rund 140 m AGL; der hintere Schwerpunkt erschwerte ein Ausleiten zusätzlich, und für eine Rückkehr in den Geradeausflug blieb keine Höhe.
- Beide Piloten tödlich verletzt: Das Segelflugzeug schlug nahezu waagrecht und rotierend am Hang auf und wurde zerstört; der Pilot war sofort tot. Der teilweise eingeklappte Gleitschirm sank mit dem bewusstlosen Piloten mit überlebbarer Geschwindigkeit; der Pilot kam an einem steilen Hang kopfunter zu liegen und erstickte vor dem Eintreffen der Retter. Zwei Rettungshelikopter erreichten die Unfallstellen 23 bzw. 30 Minuten nach der Kollision.