F-Schlepp-Abbruch auf weicher Graspiste; Strömungsabriss am Bachgraben
Bei einem abgebrochenen F-Schlepp wurde der Pilot einer ASK 21 schwer verletzt, das Segelflugzeug substanziell beschädigt; der Fluglehreranwärter blieb unverletzt. Der Schleppzug startete auf weicher Graspiste 27 trotz paralleler Hartbelagpiste. Die ASK 21 hob früh ab und stieg auf 3-4 m über die Varga 2180; deren Bugrad blieb trotz voll gezogenem Knüppel am Boden. Bei 91 km/h und 160 m vor dem Pistenende brach der Schlepppilot ab. Die ASK 21 überflog das Schleppflugzeug, wich nach links aus und erlitt über dem Bachgraben einen Strömungsabriss. Ursache waren die ungeeignete Piste und ein unzweckmäßiger Startabbruch ohne Briefing.
- F-Schlepp-Start auf Graspiste 27: Eine ASK 21 startete im F-Schlepp hinter einer Varga 2180 von der weichen Graspiste 27 in Hausen am Albis für einen Checkflug. Neben der Graspiste stand eine gleich lange Hartbelagpiste zur Verfügung.
- Weiche Graspiste statt Hartbelagpiste: Die Graspiste war weicher, als die Besatzungen erwartet hatten. Der unmittelbar zuvor durchgeführte F-Schlepp auf derselben Piste war bereits zögerlich gerollt; die Besatzung der ASK 21 holte dazu jedoch keine Informationen ein, und ein Abflugbriefing zu Startabbruchoptionen fand nicht statt.
- Schleppflugzeug beschleunigt zögerlich: Die Varga 2180 erreichte beim Anrollen nur rund 65-72 km/h (40-45 mph); zum Abheben wären mindestens 105 km/h (65 mph) erforderlich gewesen. Alle drei Räder blieben während des gesamten Startlaufs am Boden.
- ASK 21 hebt früh ab, übersteigt: Der Pilot zog früh am Knüppel; die ASK 21 hob mit minimaler Geschwindigkeit ab, das Heck berührte mehrfach den Boden. Anschließend stieg sie auf rund 3-4 m über das Schleppflugzeug. Die dadurch nach oben gerichtete Kraft an der Schleppklinke der Varga 2180 verhinderte trotz voll gezogenem Knüppel das Entlasten des Bugrads.
- Schlepppilot bricht bei 91 km/h ab: Da das Bugrad am Boden blieb und die Geschwindigkeit nicht weiter zunahm, reduzierte der Schlepppilot die Leistung, meldete „Startabbruch" über Funk, klinkte das Schleppseil aus und steuerte nach links Richtung Hartbelagpiste. Die Bodengeschwindigkeit lag bei 91 km/h, rund 160 m vor dem Pistenende. Der Fluglehreranwärter auf dem hinteren Sitz zog daraufhin selbst den Klinkengriff.
- Strömungsabriss hinter Pistenende: Da der Pilot die Position des Schleppflugzeugs nicht einsehen konnte, entschied er sich, den Bachgraben zu überfliegen und dahinter zu landen. Die ASK 21 überflog das Schleppflugzeug rechts, wich einem Zaun einer Hunderennbahn nach links aus und erlitt über dem Bachgraben einen Strömungsabriss; die Nase senkte sich.
- Pilot schwer verletzt: Die ASK 21 prallte knapp unterhalb der Kante gegen die jenseitige Böschung, drehte sich rund 150° um die Hochachse und kam etwa 10 m dahinter zum Stillstand. Der Pilot auf dem vorderen Sitz wurde schwer verletzt, der Fluglehreranwärter auf dem hinteren Sitz blieb unverletzt. Der Rumpf brach durch Torsion vor dem Leitwerk.