ASW 24 stürzt nach Rückkehrversuch bei niedrigem Schleppausklinken ab
Beim F-Schlepp am Schwerpunkthaken in Dunstable verunglückte eine ASW 24 am westlichen Platzrand tödlich. Die ASW 24 stieg nach dem Abheben zu hoch hinter den Schlepper und pendelte. Unter 15 m AGL löste sich das Schleppseil aus ungeklärten Gründen. Der Pilot stieg weiter auf etwa 25 m AGL und leitete eine steile Linkskurve mit rund 60 Grad Schräglage zur Rückkehr ein. Bei dieser Schräglage liegt die Überziehgeschwindigkeit nahe 105 km/h; die ASW 24 überzog, trudelte an und schlug mit der Nase auf. Pilot tödlich verletzt, Flugzeug zerstört. Tiefe Seiltrennung am Schwerpunkthaken ohne ausreichende Energie für eine Umkehr.
- Schleppstart West Run: ASW 24 (Baujahr 1991, SN 24132, 1.351 Gesamtstarts) per Schwerpunkthaken-Schlepp vom West Run auf dem Flugplatz Dunstable, ca. 50 m Schleppseil. Nördliche Brise ergab einen Seitenwind von rechts mit 9–19 km/h; gute Sicht, aufgelockerte Bewölkung über 300 m. Pilot 47 Jahre, BGA-Segelflugzeugführerschein und Grundfluglehrer, ca. 131 Stunden Gesamterfahrung (26 auf dem Muster), 18:45 Stunden und 53 Starts in den vorangegangenen 12 Monaten. Fünfundzwanzigster Start auf diesem Segelflugzeug, alle per Schlepp.
- Nur Schwerpunktkupplung, instabil: Das Segelflugzeug verfügte nur über einen Schwerpunkthaken (kein Nasenhaken). Das BGA-Dokument „Managing the Flying Risk“ nennt den reinen Schwerpunkthaken-Schlepp als zusätzlichen Risikofaktor für Schleppper-Störungen, weil das Nickmoment aus der Hakengeometrie unterhalb des Segelflugzeugschwerpunkts wirkt. Der Pilot hatte 24 Schlepps auf diesem Segelflugzeug mit dem Schwerpunkthaken absolviert; die AAIB fand keinen betrieblichen Faktor, der zur anfänglichen Höheninstabilität beigetragen hätte.
- Schleppseil löst sich unter 15 m: Während das Segelflugzeug noch unterhalb des Schleppflugzeugprofils und unter ca. 15 m AGL war, löste sich das Schleppseil vom Segelflugzeug. Die AAIB konnte den Mechanismus nicht bestimmen und erwog drei plausible Szenarien: Selbstlösung des Hakens (schlaffe Leine, als das Segelflugzeug zum Schlepper aufholte), unbeabsichtigtes Betätigen des Kupplungshebels oder bewusstes Ausklinken. Der Kupplungshaken befand sich in einwandfreiem Zustand; die planmäßige Revisionsintervalle waren eingehalten.
- Schreck-/Überraschungsreaktion: Bei einem unbeabsichtigten Ausklinken hätte der Pilot wahrscheinlich Schreck und/oder Überraschung erlebt. Schreckreaktion beeinträchtigt die Pilotleistung für ca. 0,3–1,5 s; Überraschung kann geplante Reaktionen verzögern oder verhindern. Piloten planen häufig „geradeaus landen“ ab unter ca. 90 m AGL beim Schlepp, doch die Ausführung unter Schreck ist nicht sichergestellt.
- Auf ~25 m, steile Linkskurve zurück: Nach der Trennung vom Schlepper stieg das Segelflugzeug weiter auf ca. 25 m AGL (maximal 18 m aufgezeichnet) und leitete dann eine steile Linkskurve ein. CCTV-Aufnahmen zeigten eine Querneigung von mehr als 60° in der Kurve. Bei 60° Querneigung steigt die Überziehgeschwindigkeit der ASW 24 von ca. 67 km/h im Geradeausflug auf ca. 105 km/h. Die Grundgeschwindigkeit beim Einleiten der Kurve betrug ca. 105 km/h und nahm während der Kurve ab, während die Rückenwindkomponente mit der Drehung zunahm.
- Strömungsabriss, Trudeln in Kurve: Die Kombination aus enger Kurve und abnehmender Fahrt brachte das Segelflugzeug in einen nicht mehr haltbaren Flugzustand. Die linke Fläche sackte ab, das Segelflugzeug gierte nach links und ging in ein beginnendes Trudeln über. Das Flugerprobungsprotokoll von 1994 vermerkte für die ASW 24 „relativ gutmütige“ Überziehcharakteristik für die Klasse, jedoch „Flügelabkippen, wenn provoziert“, und beginnendes Trudeln bei gehaltener Zugkraft.
- Kopfüber Bodenaufprall: Das Segelflugzeug traf kopfüber nahe der westlichen Flugplatzgrenze auf den Boden; Luftfahrzeug zerstört. Pilot tödlich verletzt. BGA-Archiv: 40 gemeldete Schleppabbrüche unter ca. 90 m AGL in den 10 Jahren bis August 2023 – von 22 Fällen mit Geradeauslandung kein Todesfall; dieser Unfall war der einzige tödliche Startabbruch in diesem Datensatz.