Discus CS streift Betonmauer bei später Außenlandung
Bei einer Außenlandung auf einem Schießstand wurde der Pilot eines Discus CS schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Auf dem Rückflug aus dem Veltlin verlor der Discus am Luganersee stetig an Höhe und passierte die bekannten Außenlandefelder bei Caiolo, Somaggia und Porlezza. Am Monte Brè lag die Flughöhe unter 600 m MSL; der Flughafen Lugano wäre ohne Abwinde erreichbar gewesen, doch der Pilot drehte nach Norden. Nach einem tiefen Vollkreis über Siedlungsgebiet stieß die rechte Flügelspitze im Anflug gegen eine 5.4 m hohe Betonmauer. Ursächlich war das Ausbleiben einer rechtzeitigen Entscheidung für Flugweg und Landeoption.
- F-Schlepp aus San Vittore: Der Pilot startete im Flugzeugschlepp in San Vittore, klinkte bei Parusciana aus, stieg am Pizzo Sasso Canale auf rund 3 800 m MSL und flog dann ostwärts entlang der Südhänge des Veltlins.
- Ostkurs bis NÖ Tirano, dann Rückflug: Nordöstlich von Tirano kehrte der Pilot auf 1 880 m um, flog zeitweise bis auf 1 610 m tief und überquerte den Pizzo Sasso Canale beim Rückflug nur noch auf rund 2 150 m.
- Bekannte Aussenlandefelder umgangen: Entlang der Route lagen mehrere bekannte Aussenlandefelder, darunter Optionen bei Porlezza, die der Pilot zuvor besprochen hatte, doch er entschied sich für keines davon.
- Vier Vollkreise nördlich Porlezza: Nördlich von Porlezza flog der Pilot vier Vollkreise ohne Höhengewinn und sank unter 1 100 m; da Lugano noch erreichbar war, flog er westwärts weiter.
- Am Monte Brè Rechtskurve nach Norden: Beim Anflug auf den Monte Brè unter 600 m wären ein Gleitflug nach Lugano oder eine Notlandung auf dem See möglich gewesen; der Pilot kurvte stattdessen nach Norden über Siedlungsgebiet.
- Tiefkreis über Siedlungsgebiet: Über dem Südhang des Monte Brè flog der Pilot einen Linkskreis tief über Wohngebiet und kurvte dann zum Schiessstand Ressiga — unbekanntes, nicht katalogisiertes Gelände.
- Ungeeignetes Aussenlandefeld: Das Feld, rund 30 m breit und 150 m lang, war von einer 5,4-m-Mauer, Holzstapeln, einem Tümpel, Bäumen und einem Zaun umgeben; Kräne im Endanflug erzwangen eine 30°-Kurskorrektur.
- Flügelspitze trifft 5.4 m Betonmauer: Die rechte Flügelspitze streifte die Mauer und brach ab; das Flugzeug schlug mit der Nase auf und kippte auf den Rücken. Der Pilot erlitt dabei schwere Kopfverletzungen.