SZD-55-1: Höhenruder beim Aufrüsten nicht eingehängt – im Schlepp wirkungslos
Der Pilot einer SZD-55-1 wurde beim Schleppstart in Currock Hill tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Beim Aufrüsten montierte er das Leitwerk allein; die Voll-und-frei-Prüfung erkannte nicht, dass das Höhenrudergestänge nicht im Hebel eingehängt war. Die SZD-55-1 bäumte sich nach dem Abheben steil auf; das Schleppseil klinkte in rund 30 m aus, der rechte Flügel sackte weg, und sie schlug mit dem Bug auf. Der Pilot hatte 18.800 h Gesamterfahrung, jedoch nur 39 h auf dem Muster und 1 h in den letzten 90 Tagen. Eine nicht zugelassene Leitwerksmodifikation erhöhte das Fehlmontagerisiko; EASA ordnete Inspektionen an.
- Leitwerkmontage allein, ohne Zeugen: Am Flugtag rüstete der Pilot die Tragflächen mit anderen auf, montierte das Leitwerk danach allein — ohne Zeugen für diesen Schritt oder die anschließenden Kontrollen.
- Höhenrudergestänge nicht eingehängt: Beim Aufrüsten des Leitwerks rastete das Höhenrudergestänge nicht in den Hebel ein; das Leitwerk wirkte von außen korrekt montiert, doch das Höhenruder blieb vom Steuerknüppel entkoppelt.
- Voll-und-frei-Prüfung ohne Befund: Eine mit dem Miteigentümer am Startpunkt durchgeführte Voll-und-frei-Prüfung erkannte die nicht eingehängte Höhenruderverbindung nicht; die SZD-55-1 wurde als lufttüchtig freigegeben.
- Unzulässige Leitwerksmodifikation: Eine historische, nicht zugelassene Modifikation am Leitwerk hatte die Wahrscheinlichkeit einer unerkannten Fehlmontage des Höhenruders deutlich erhöht.
- Startlauf im Flugzeugschlepp: Die SZD-55-1 stellt sich mit dem am Bugkupplungshaken befestigten Schleppseil am Pistenende auf und beginnt den Startlauf hinter dem Schleppflugzeug bei schwachem Wind und CAVOK-Bedingungen.
- Steil aufgebäumt, Schleppseil löst: Kurz nach dem Abheben bäumte sich die SZD-55-1 ohne wirksames Höhenruder steil über das Schleppflugzeug auf; das Schleppseil klinkte bei etwa 30 m aus, das Schleppflugzeug flog weiter.
- Rechter Flügel sackt, Bugaufprall: Die SZD-55-1 sackt mit dem rechten Flügel weg und trifft mit der Nase voran neben der Piste auf; der vordere Rumpf wird zerstört, der Pilot tödlich verletzt.