Kestrel H401 stürzt nach Strömungsabriss in Steilspirale auf Alpwiese

Gsteig, Switzerland Glasflügel H401 Kestrel

Der Pilot einer Kestrel H401 wurde bei einem Hangflug rund 3,5 km nordöstlich von Gsteig tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach Ausklinken aus dem F-Schlepp über dem Eggli auf 1770 m MSL arbeitete der Pilot die Hänge von Eggli und Staldenflüe und flog tief zum Chrinepass. Augenzeugen sahen die Kestrel aus einer steilen Kurve binnen etwa zwei Sekunden nahezu senkrecht mit der Nase voran in eine Alpwiese einschlagen; die letzte FLARM-Position auf 1707 m MSL lag 40 m vom Aufschlag entfernt. Wahrscheinliche Ursache war eine akute Handlungsunfähigkeit mit nachfolgendem Strömungsabriss und Steilspirale.

  1. F-Schlepp ab Saanen, Hangarbeit: Um 12:37 Uhr startete der Pilot mit einer Kestrel H401 im F-Schlepp vom Flugplatz Saanen und klinkte um 12:43 Uhr auf 1770 m MSL über dem Eggli aus. Am Vortag hatte er mit einem örtlichen Fluglehrer einen Einweisungsflug im Segelfluglager absolviert; der Fluglehrer beschrieb ihn als guten, problemlosen Piloten. Der Pilot hatte rund 922 Stunden auf dem Muster und 29:47 Stunden in den letzten 90 Tagen.
  2. Hangflug Eggli und Staldenflüe: Nach dem Ausklinken arbeitete der Pilot die Hänge des Vorderen und Hinteren Eggli und gewann etwa 230 m an Höhe. Anschließend wechselte er auf die Südseite der Staldenflüe (unterhalb des Furggespitz) und flog dort mehrere Achten, ohne wesentlich an Höhe zu gewinnen. Gegen 13:02 Uhr setzte er den Flug entlang der Hänge in Richtung des Chrinepass-Gebiets fort.
  3. Wahrscheinliche Handlungsunfähigkeit: Die rechtsmedizinische Analyse identifizierte eine akute gesundheitliche Beeinträchtigung des Piloten mit nachfolgender Handlungsunfähigkeit als plausibelste Erklärung für den von Augenzeugen beobachteten Kontrollverlust. Die letzte flugmedizinische Tauglichkeitsuntersuchung kurz zuvor hatte keine neuen pathologischen Auffälligkeiten ergeben.
  4. Geringe Höhe vor Baumgruppe: Augenzeugen auf rund 1640 m MSL sahen das Segelflugzeug in geringer Höhe auf eine Baumgruppe am Hang oberhalb des Chrinepasses zufliegen. Die durchschnittlich geschätzte Flughöhe kurz vor dem Sturzflug betrug etwa 1710 m MSL.
  5. Steile Kurve, fast senkrechter Sturz: Die Augenzeugen beschrieben, wie die Kestrel aus einer steilen Kurve mit der Nase voran nahezu senkrecht in einem Sturzflug von etwa zwei Sekunden abkippte. Der beobachtete Bewegungsablauf passt zu einem Strömungsabriss mit kurzer Steilspirale in geringer Höhe ohne Reserve zum Abfangen.
  6. Pilot tödlich verletzt beim Aufprall: Der Pilot wurde tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Die Kestrel schlug mit der Nase voran und leicht über senkrecht in die Alpwiese ein, das Cockpit drang tief in das weiche Erdreich. Ein Flügel wurde abgerissen und rund 40 m den Hang hinunter geschleudert. Kein Brand. Die letzte FLARM-Aufzeichnung um 13:05:36 Uhr lag 40 m horizontal vom Aufschlagort entfernt auf 1707 m MSL.
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