LS 1-0 kollidiert im Hangflug am Klausenpass mit Gelände; Geschwindigkeit zu gering
Ein erfahrener Pilot verunglückte mit seiner LS 1-0 auf einem Überlandflug nördlich des Klausenpass tödlich. Nach Flugzeugschlepp ab Schänis erreichte er über das Engadin den Piz Linard. Auf dem Rückflug folgte er fünf Minuten den Felskanten von Jegerstöck und Glatten auf rund 2400 m MSL. Der Bordrechner registrierte zuletzt Bodengeschwindigkeiten von 73 bis 82 km/h – deutlich unter den geländenah empfohlenen 87 bis 94 km/h IAS. Bei mässigem bis starkem Föhn kollidierte das Segelflugzeug mit dem Gelände und stürzte knapp 300 m eine Felswand hinab. Ein technischer Defekt war auszuschliessen; das Wrack fand sich 46 Tage später.
- Flugzeugschlepp Schänis + Alpen-XC: Die LS 1-0 startet im Schlepp ab Schänis, klinkt bei 2600 m aus, steigt in Welle über dem Calfeisental auf über 4000 m, erreicht den Piz Linard und fliegt via Bad Ragaz zurück.
- Langsamer Hangflug auf rund 2400 m: Auf dem Rückflug überquert der Pilot südlich von Linthal das Tal Richtung Ortstock und folgt rund fünf Minuten den Felskanten von Jegerstöck und Glatten auf etwa 2400 m, dicht am Grat.
- Bodengeschwindigkeit unter Minimum: In den letzten 20 Sekunden betrug die Bodengeschwindigkeit nur 73-82 km/h, unter der Mindestfahrt von 87-94 km/h IAS für geländenahes Fliegen. Ein Föhn aus Südost sorgte für Seitenwind.
- Geländekollision; 300 m Felssturz: Die LS 1-0 kollidiert nördlich des Klausenpass auf 2425 m mit der Felskante und stürzt über die Wand; die Trümmer verteilen sich über knapp 300 m. Der Pilot wird tödlich verletzt.
- Kein Defekt; 46 Tage bis Auffinden: Ein technischer Defekt wird ausgeschlossen: keine auffälligen Beschleunigungen, keine abgegangenen Teile, Masse und Schwerpunkt im Rahmen. Das Wrack wird 46 Tage später gefunden.