ASW 20 ohne Freigabe im Klasse-C-Luftraum: A340 weicht aus, 260 m horizontal
Im Anflug auf Zürich passierten ein Airbus A340 und eine ASW 20 in der TMA LSZH 2 nahezu auf gleicher Höhe; der geringste Abstand horizontal betrug rund 260 m. Beide landeten unbeschädigt. Der Segelflugpilot war im VFR-Übungsflug ab Bohlhof ohne Freigabe in den Luftraum der Klasse C eingeflogen; ohne Transponder blieb die ASW 20 vom Radar unerkannt. FLARM und TCAS II sind nicht kompatibel. Der A340 sank durch rund 1.430 m MSL; die Freigabe lag unter der MRVA. Beim Eindrehen sah ein Pilot im Beobachtersitz die ASW 20; die Besatzung wich mit 36° links und 1,6 g aus, auch der Segelflugpilot drehte weg.
- A340 im Anflug, ASW 20 am TMA-Rand: Am 11. August 2012 um 13:32 UTC befand sich eine A340-313 der Swiss (Flug SWR 39) im IFR-Sinkflug von San Francisco nach Zürich. Sie flog im Luftraum der Klasse C der TMA LSZH 2 auf 6000 ft QNH mit 245 KIAS und einer Sinkrate von 2500 ft/min, rund 17 NM nordwestlich des Flughafens über deutschem Hoheitsgebiet. Zur gleichen Zeit befand sich eine ASW 20 (gestartet im Segelfluggelände Bohlhof) auf einem VFR-Übungsflug an der südlichen Grenze der TMA LSZH 2 auf etwa 4700 ft QNH.
- ASW 20 ohne Freigabe im Luftraum: Der Segelflugpilot war ohne Freigabe in den Luftraum der Klasse C eingeflogen; sein Segelflugzeug führte keinen Transponder mit. Folglich erschien es weder auf dem Primär- noch auf dem Sekundärradar des Flugverkehrsleiters, das TCAS II der A340 konnte keine Auflösungsempfehlung erzeugen und der bodenseitige Short Term Conflict Alert (STCA) sprach nicht an. FLARM im Segelflugzeug und TCAS II im Verkehrsflugzeug sind nicht kompatibel. Die SUST nannte das fehlende Risikobewusstsein des Segelflugpiloten als direkte Ursache.
- A340 unter MRVA freigegeben: Um 13:32:04 UTC erteilte Zurich Final der A340 die Freigabe, auf 4000 ft QNH zu sinken — eine Höhe, die in der TMA LSZH 2 unter der publizierten minimum radar vector altitude (MRVA) lag. Der Flugverkehrsleiter überwachte die Einhaltung dieser MRVA nicht. Die SUST stellte fest, dass solche „anticipated clearances“ unter der MRVA bei Skyguide eine undokumentierte, gängige Praxis waren; eine Auswertung von 1714 Anflügen auf Piste 14 zeigte, dass die MRVA in 0,7 % der Fälle um mehr als 100 ft, vereinzelt um bis zu 660 ft unterschritten wurde.
- Beobachter sieht ASW 20 beim LOC: Während die A340 auf den Landekurssender (Localizer) der Piste 14 eindrehte, sah ein dritter Pilot auf dem mittleren Beobachtersitz das Segelflugzeug überraschend auf Kollisionskurs in gleicher Höhe und warnte die beiden fliegenden Piloten.
- A340 36° links 1,6 g; ASW 20 rechts: Um 13:32:35 UTC leitete die Besatzung der A340 ein markantes Ausweichmanöver ein — maximale Querlage von 36° nach links bei etwa 5° Nase hoch, was eine Normalbeschleunigung von 1,6 g erzeugte. Sie befand sich dabei noch im Luftraum der Klasse C auf 4700 ft QNH, mit 350 ft/min Sinkrate und 248 KIAS. Drei Sekunden zuvor, um 13:32:32 UTC, hatte auch der Segelflugpilot das Verkehrsflugzeug gesehen und als eigenes Ausweichmanöver eine enge Rechtskurve geflogen.
- ~260 m horiz., beide landen sicher: Um 13:32:45 UTC passierten sich die beiden Luftfahrzeuge auf annähernd gleicher Höhe mit einem geringsten Abstand von horizontal rund 260 m. Die A340 (SWR 39) setzte den Anflug fort und landete um 13:38 UTC auf der Piste 14 in Zürich. Die ASW 20 setzte ihren Übungsflug fort und landete um 13:59 UTC im Segelfluggelände Bohlhof. Die SUST klassifizierte die Begegnung als ICAO-Kategorie A (hohes Kollisionsrisiko).