Klasse-E-Annäherung: Geschäftsreiseflugzeug taucht 7 m unter Schleppzug durch

1.8 NM östlich des Flugfeldes Langenthal LSPL, Switzerland Alexander Schleicher ASK 21 Cessna 525

Östlich von Langenthal näherten sich im Luftraum der Klasse E eine Cessna 525 nach Instrumentenflugregeln und ein VFR-Schleppzug — eine ASK 21 hinter einer Robin DR 400 — bis auf 370 m horizontal und 7 m vertikal an. Niemand wurde verletzt. Die Cessna stieg ab Grenchen auf der SID WIL 7V mit Autopilot Richtung FL80. Bei ungenügender Luftraumüberwachung sah der Kommandant einen Verkehrshinweis auf der TCAS-Anzeige ohne akustische Warnung, erfasste den Schleppzug und unterflog ihn. Die Abflugkarte erwähnte den Klasse-E-Luftraum nach Verlassen der Kontrollzone nicht.

  1. Schlepp Zweisimmen→Olten, Klasse E: Um 09:45 UTC startete eine ASK 21 im Flugzeugschlepp einer Robin DR 400/180 R von der Piste 35 in Zweisimmen (LSTZ) zu einem VFR-Überflug nach Olten (LSPO). Der Schleppzug flog nordostwärts im Luftraum der Klasse E auf zunehmender Höhe Richtung FL 80.
  2. Karte ohne Klasse-E-Hinweis ab CTR: Auf der von der Cessna-Besatzung verwendeten Instrumentenabflugkarte für Grenchen (LSZG) fehlte ein Hinweis darauf, dass die SID nach Verlassen der Kontrollzone (CTR) Grenchen in den unkontrollierten Luftraum der Klasse E führt. Die SUST stufte dies als systemisch-beitragenden Faktor ein: Ohne diese Angabe können IFR-Besatzungen die Notwendigkeit einer aktiven Luftraumüberwachung gegenüber VFR-Verkehr während des Steigflugs unterschätzen.
  3. Autopilot, Luftraum kaum überwacht: Um 10:10 UTC hob eine Cessna 525 nach IFR ab Grenchen ab und folgte der SID WIL 7V Richtung VOR Willisau, freigegeben auf FL 80. Bei eingeschaltetem Autopiloten im Steigflug überwachte die Besatzung den umliegenden Luftraum der Klasse E ungenügend auf VFR-Verkehr. Die SUST identifizierte diese ungenügende Luftraumüberwachung als direkte Ursache.
  4. TCAS-Symbol ohne akustische Warnung: Nach Erreichen der zugewiesenen Reiseflughöhe nahm der Kommandant einen gelben Verkehrshinweis auf der TCAS-Anzeige wahr; eine akustische Warnung blieb aus. Kurz darauf erkannte die Besatzung den Schleppzug voraus und leicht über der eigenen Flughöhe.
  5. Kommandant unterfliegt Schleppzug: Mit Erkennen des Schleppzuges schaltete der Kommandant den Autopiloten aus und tauchte mit der Cessna 525 hinten unter der Schleppkombination durch. Der Schlepppilot sah das Geschäftsreiseflugzeug zu keinem Zeitpunkt; die Segelflugpilotin erblickte es kurz nach dem Ausklinken unter ihrem linken Flügel und beobachtete dessen Steigflug rechts vom Segelflugzeug.
  6. 7 m × 370 m, alle landen sicher: Um 10:14 UTC betrug der geringste aufgezeichnete Abstand zwischen der Cessna und dem Schleppflugzeug — beide mit Transponder ausgerüstet — horizontal 0.2 NM (≈370 m) und vertikal 25 ft (≈7 m); der Abstand zum Segelflugzeug muss noch geringer ausgefallen sein. Die SUST klassierte die Begegnung als ICAO-Kategorie A (hohes Kollisionsrisiko). Alle drei Luftfahrzeuge landeten ohne Schaden an ihren Zielorten.
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