Fluchtkurve aus Abwind bei niedriger Geschwindigkeit: LS 8-18 prallt am Hang auf
Nördlich von Ulrichen in den Walliser Alpen wurde der Pilot einer LS 8-18 schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach frühem Klinken in rund 2.200 m MSL flog er an der ihm unbekannten Ulrichengale Hangflug-Achten mit rund 112 km/h. Die Thermik brach unerwartet ab, die LS 8-18 geriet in starken Abwind. Der Pilot leitete eine Fluchtkurve ein, doch die Geschwindigkeit fiel unter die Mindestfluggeschwindigkeit. Die hintere Schwerpunktlage durch eine im Heckkasten belassene Bordbatterie begünstigte das Abkippen; nach Strömungsabriss schlug die LS 8-18 am Hang auf.
- F-Schlepp, Klinken Geschinergale: Um 13:11 Uhr startete der Pilot die LS 8-18 im F-Schlepp ab Münster zu einem Alpenflug und klinkte früh an der Geschinergale, um der erwarteten Massierung von Segelflugzeugen auszuweichen.
- Heckbatterie: Schwerpunkt hinten: Abweichend von der üblichen Beladung war eine Batterie im Heck installiert; der Schwerpunkt lag bei 397 mm, oberes Ende des Bereichs 280-400 mm, mit erhöhtem Abkipp- und Trudelrisiko.
- Früher Klinkpunkt in fremdem Gebiet: Der frühe Klinkpunkt an der Geschinergale vermied die erwartete Massierung, ließ dem Piloten aber wenig Höhe und Zeit, die Bedingungen an der ihm unbekannten Ulrichengale einzuschätzen.
- Steigen bricht ab an Ulrichengale: Der Pilot wechselte zur Ulrichengale und flog Hangflug-Achten bei rund 112 km/h; beim Verlängern ins Obertal brach das Steigen ab, die LS 8-18 geriet in stärkere Abwindzone nahe 2200 m MSL.
- Langsame 180°-Fluchtkurve: Vom Abwind überrascht, mit wenig Höhe und ansteigendem Gelände voraus, konnte der Pilot keine Fahrt aufholen; er leitete sofort eine 180°-Fluchtkurve ein und bemerkte eine reduzierte Marge.
- Flügel kippt ab nahe dem Hang: Nach gut 180° der Kurve neigte sich der rechte Flügel gegen den Hang; die Fahrt lag wohl unter dem Minimum, der hintere Schwerpunkt begünstigte den Strömungsabriss nahe dem Boden.
- Aufprall am Hang, schwer verletzt: Die LS 8-18 schlug mit dem Bug auf einer Bergflanke nahe Ulrichen bei 2170 m MSL auf; der schwer verletzte Pilot alarmierte per Handy einen Kollegen, die Rettung traf um 14:10 Uhr ein.