Umkehrkurve nach Seilrissübung im Windenstart endet im Heckaufschlag

Olten Flugplatz (LSPO), Switzerland Alexander Schleicher ASK 21

Bei einer Seilrissübung im Windenstart in Olten wurde eine ASK 21 schwer beschädigt; beide Piloten blieben unverletzt. Der Fluglehrer hatte seit 2003 keinen Windenstart geflogen und nie instruiert; es war der vierte Start des Flugschülers. Nach normalem Steigflug klinkte der Fluglehrer in geschätzten 120–150 m — tatsächlich rund 50 m. Der Flugschüler drückte nach, klinkte zweimal nach und wollte geradeaus landen; der Fluglehrer wies eine Linkskurve an. Bei 45° Kursabweichung wurde die ASK 21 schwammig, die Steuerdrücke fielen ab. Der Fluglehrer übernahm zu spät; das Heck schlug zuerst auf, der Rumpf brach hinter den Flügeln.

  1. Windenkurs, vierter Start: Die Segelfluggruppe Thun betreibt am Heimatplatz keine Startwinde und organisierte am 27./28. September 2014 auf dem Flugfeld Olten (LSPO) einen zweitägigen Windenstartkurs mit zwei vereinseigenen Doppelsitzern und der Olten-Infrastruktur. Der Pilot vorne – rund 80 Flugstunden insgesamt und drei Windenstarts im Rahmen eines Jungfliegeraustauschs in Deutschland – arbeitete auf die Windenstartberechtigung hin. Der Flug um 15:38 Uhr verlief einwandfrei; der Unfallflug war der zweite gemeinsame Start, abgehoben um 15:55:43 Uhr ab Piste 05.
  2. Fluglehrer: 11 Jahre ohne Winde: Der Fluglehrer auf dem hinteren Sitz besass eine Segelfluglehrerberechtigung mit 437 Stunden auf der ASK 21 und über hundert Seilrissübungen im Flugzeugschlepp. Die Windenstartberechtigung hatte er 2003 mit 16 Windenstarts auf einer ASK 21 erworben, davon zwei Seilrissübungen – alle vom vorderen Sitz. Seither war er nicht mehr an einer Startwinde gestartet und hatte nie Windenstarts instruiert. Am Morgen des Kurses absolvierte er drei Wiedereinführungsstarts, darunter eine Seilrissübung vom vorderen Sitz ohne Probleme.
  3. Klinken bei ~50 m fehlgeschätzt: Nach normalem Steigflug mit rund 120 km/h schaute der Fluglehrer über den linken Flügel, um Fluglage und Höhe zu beurteilen, und klinkte das Windenseil aus. Die Klinkhöhe schätzte er auf 120 bis 150 m über Grund. Ein Segelflugpilot am Boden schätzte sie später auf rund 50 m – etwa die Hälfte. Der Windenfahrer, der über die Seilrissübung vorinformiert war, sah aus dieser Höhe noch reichlich Piste für eine Landung geradeaus.
  4. Pilot drückt nach, will geradeaus: Der Pilot drückte etwas weniger entschlossen nach, als der Fluglehrer es erwartet hatte, klinkte zweimal nach, um ein eventuelles Seilstück zu lösen, und flog mit rund 90 km/h geradeaus weiter. Er teilte dem Fluglehrer mit, dass er geradeaus zu landen beabsichtige.
  5. Fluglehrer ordnet Umkehrkurve an: Der Fluglehrer beurteilte die verbleibende Piste vor ihnen als zu kurz und wies den Piloten an, eine Linkskurve für eine 180°-Umkehrkurve und eine Landung in entgegengesetzter Startrichtung einzuleiten. Der Pilot fragte zurück: „längt das?“ – der Fluglehrer bejahte, und der Pilot leitete die Linkskurve ein.
  6. Fahrt fällt bei 45° vom Kurs ab: Rund 45° von der Pistenachse weggedreht stellte der Fluglehrer fest, dass die Fluggeschwindigkeit gering und die ASK 21 „schwammig“ geworden war. Er übernahm mit „my controls“ und erkannte anhand der fehlenden Steuerdrücke und der Höhe über Grund die Notlage. Er drückte die Nase steil nach unten und erhöhte die Querlage nach links massiv, um Fahrt aufzuholen und zur Piste zurückzudrehen.
  7. Späte Übernahme, Heckaufschlag: Die Steuerdrücke kehrten erst wenige Meter über dem Boden zurück, während die Nase noch steil nach unten zeigte. Der Fluglehrer zog bis zum maximalen Anstellwinkel, um einen Bugaufschlag zu vermeiden. Das Heck schlug zuerst auf, das Höhenleitwerk brach ab, und die Rumpfröhre zerbrach hinter den Tragflügeln. Vorderrumpf und Tragflügel rutschten mit dem abgebrochenen Hinterteil über eine Wiese und kamen in einer Hecke zum Stillstand. Beide Insassen blieben unverletzt und stiegen selbständig aus, nachdem Helfer das Wrack aus der Hecke gezogen hatten.
Loading incidents...
Select Incident
Select Report
Filter
0/0
Incident year
1997 2024
Sort By
Search
0/0
Preferences
Save preferences locally
Enable map view
Language
Theme
About

gliderincidents.com gathers and lists soaring incident reports from official sources. The sources are indicated and linked. These reports are amended by summaries, metadata and translations, some of which have been generated utilizing machine learning (AI). You shouldn't trust the information provided here blindly, and consider reading the official incident report as a fact-check.

OR AND
Flight Phase
Circumstance
Severity Levels
Countries

Please describe what information is incorrect or needs review:

Bookmarked