LS 8-18 kollidiert im Wettbewerb mit steiler felsiger Westflanke

Klosters, Switzerland Rolladen-Schneider LS 8-18

An einer steilen Westflanke des Chlein Seehorn auf rund 2.790 m verunglückte der Pilot einer LS 8-18 tödlich; das Segelflugzeug wurde zerstört. Im Rahmen der Tagesaufgabe der Junioren-Schweizermeisterschaft startete er in Schänis. Kurz vor der Fuorcola Vermunt entschied er sich auf rund 3.260 m zur Umkehr und näherte sich danach zweimal dem Chlein Seehorn. Beim Versuch, dort auf etwa 3.000 m zu steigen, kollidierte die LS 8-18 mit dem Gelände; das Wrack rutschte in eine Geröllhalde. Die Ursache blieb ungeklärt; geringe Alpenflugerfahrung und die ungewohnte Wettbewerbssituation spielten möglicherweise eine Rolle.

  1. Schlepp ab Schänis 12:14 Uhr: Am 1. Juli 2015 startete der Pilot um 12:14 Uhr in Schänis im Flugzeugschlepp zur ersten Tagesaufgabe der Junioren-Schweizermeisterschaft, einer AAT-Aufgabe mit Wendegebieten bei Serfaus und Zernez und Rückkehr nach Schänis. Vierzehn Minuten später klinkte er beim Mattstock aus.
  2. Geringe Alpenflugerfahrung: Seine Alpeneinweisung im Sommer 2011 in Münster umfasste rund 6 h Doppelsitzerschulung und vier Alleinflüge. Danach fanden seine Flüge fast ausschliesslich ab Amlikon Richtung Süddeutschland statt, nur ein kleiner Teil führte in die Alpen. Der Pilot wies 238 Flugstunden insgesamt und 27 h auf der LS 8-18 aus, davon 18 in den letzten 90 Tagen.
  3. Erster Wettbewerb: Es war die erste Wettbewerbsteilnahme des Piloten. Der Schlussbericht hält fest, dass die ungewohnte Wettbewerbssituation zusammen mit der geringen Alpenflugerfahrung die Risikoeinschätzung im Gebirge möglicherweise erschwerte.
  4. Defensive Umkehr ins Prättigau: Nachdem der Pilot am Älpeltispitz auf rund 3360 m gestiegen und weiter Richtung Engadin geflogen war, entschied er sich kurz vor der Fuorcola Vermunt auf rund 3260 m zur Umkehr ins Prättigau. Der Bericht wertet diesen Entscheid als defensiv und passend zum beschriebenen vorausschauenden Stil des Piloten. Danach näherte er sich zweimal dem Chlein Seehorn auf der Suche nach Höhe.
  5. Steigversuch an der Westflanke: Gegen 16:26 Uhr versuchte der Pilot, an der steilen felsigen Westflanke des Chlein Seehorn auf rund 3000 m an Höhe zu gewinnen. Die Flugwegrekonstruktion aus Flarm-Daten anderer Segelflugzeuge endet um 16:27:23 Uhr auf 2984 m, nur wenige Meter von der späteren Fundstelle des Wracks entfernt.
  6. Geländekollision, Wrack rutscht ab: Die LS 8-18 prallte gegen die felsige Westflanke, rutschte am steilen Hang herunter und kam in einer Schnee- und Geröllhalde zum Stillstand. Cockpit, beide Flügel und der Rumpf brachen auseinander. Der Pilot wurde tödlich verletzt. Die Ursache der Kollision mit dem Gelände konnte nicht ermittelt werden.
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