SZD-50-3 Puchacz trudelt nach Leistungsabfall der Winde im Steigflug
Ein 76-jähriger Flugschüler einer Puchacz wurde schwer verletzt, als sie auf 100-150 m AGL im Windenstart bei Nachlassen des Seilzugs überzog, links abkippte und in den Kiefernwald neben der Bahn trudelte; Flugzeug zerstört. Auf 40-50 m hatte er ein kurzes Nachlassen wahrgenommen, danach zog die Winde wieder an. Funkanweisungen des Fluglehrers blieben ohne Reaktion; das Seil löste sich kurz vor Aufprall. An der Herkules H 4 Winde stand der Not-Aus-Hebel auf „aus", Drahtsicherung offen; Prüfläufe reproduzierten Drehzahlabfälle. Keine Mängel am Flugzeug. Laut Handbuch verliert die Puchacz pro Trudelumdrehung ~80 m.
- Schulungs-Windenstart auf Puchacz: Schulungsflug in Schönhagen mit Windenstart auf einem Puchacz; die ersten beiden Schlepps des Tages verliefen ohne Probleme.
- Not-Aus-Hebel der Winde verstellt: Bei der Untersuchung stand der Not-Aus-Hebel der Winde in Richtung „aus", die Drahtsicherung war offen; Prüfläufe reproduzierten dabei Drehzahlabfälle, vermutlich unbewusst verstellt.
- Seilzug auf 100-150 m AGL nachgelassen: Ein kurzes Nachlassen auf 40-50 m AGL erholte sich, doch auf ~150 m AGL fiel die Windenleistung plötzlich ab bei vollem Gas; das Seil hing durch und die Fahrt fiel auf etwa 60 km/h.
- Linke Tragfläche abgekippt; Trudeln: Vom Boden aus kippte das Segelflugzeug über die linke Tragfläche ab und ging in einen trudelähnlichen Zustand über; der Pilot drückte nicht nach und brach den Start nicht ab.
- Funkanweisungen ohne Reaktion: Der Fluglehrer gab über Funk Ausklink- und Ausleitanweisungen; eine Reaktion des Schülers wurde nicht beobachtet. Das Schleppseil löste sich kurz vor dem Aufprall vom Flugzeug.
- Aufprall im Wald ~100 m neben Bahn: Nach mehreren Trudelumdrehungen schlug das Flugzeug etwa 100 m neben der Bahn im Kiefernwald auf; es wurde zerstört, der Pilot schwer verletzt, keine technischen Mängel festgestellt.