ASK 13 überzieht bei Thermiksuche in geringer Höhe; um 30 kg überladen

Unterwössen, Germany Alexander Schleicher ASK 13

Am 1. Mai 2001 wurden beide Insassen einer ASK 13 in Unterwössen tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Der Doppelsitzer, 30 kg über MTOM (höhere Überziehgeschwindigkeit), war im Windenstart zur Thermik gestartet — Fluglehrer hinten, Mitflieger vorn. ~5 min nach Start beobachteten Zeugen das Flugzeug im Gegenanflug bei sehr geringer Geschwindigkeit (60-70 km/h) — der Pilot brach die Thermiksuche nicht rechtzeitig ab und beachtete die Überziehgeschwindigkeit nicht; auf NE-Kurs kippte es senkrecht ab, rollte rechts und schlug aus ~150 m über Grund mit ~80° Nase abwärts auf einer Böschung auf. Föhnturbulenz möglich.

  1. Windenstart, Thermikflug mit Passagier: ASK 13 (Jubi Sportflugzeugbau), 3.099 h Gesamtflugzeit, letzte Jahresinspektion 12.04.2001. Zweisitzer: Fluglehrer auf Rücksitz, Passagier auf Vordersitz. Der Passagier hatte den Startleiter gegen 09:30 Uhr wegen eines Rundflug-Mitflugs angesprochen; wegen ungünstigen Winds wurde dieser auf den Nachmittag verschoben; um 13:00 Uhr fragte er erneut und wurde dem Fluglehrer zugeteilt. Windenstart in Unterwössen zu einem Thermikflug bei Föhnwetter. Wind 240° mit 8–10 kt; teils starke Turbulenz in Platznähe.
  2. Fluglehrer verantwortlicher Führer: Der Fluglehrer war verantwortlicher Luftfahrzeugführer auf dem Rücksitz (gültige SPL und Lehrberechtigung; laut Flugmedizin zur Brille verpflichtet und Reservebrille mitzuführen; trug zum Unfallzeitpunkt keine Brille – BFU stellte fest, dass eine horizont-gestützte Lage- und Geschwindigkeitsbeurteilung auch ohne Brille möglich sein sollte, weshalb dies nicht als kausal gewertet wurde). Passagier vorn, erwähnte Flugerfahrung aus früheren Jahrzehnten in Österreich. Toxikologie und Obduktion ohne besonderen Befund.
  3. Flugzeug 30 kg über MTOM: Die Abflugmasse betrug 510 kg – 30 kg über der zulässigen Höchstabflugmasse. BFU-Befund: Dadurch erhöhte sich die Überziehgeschwindigkeit. (Hinweis: Der Schwerpunkt im leeren Zustand lag bei der Verwiegung vom 18.03.1999 außerhalb des zulässigen Bereichs, woraufhin die Mindestlast auf dem Vordersitz von 65 auf 80 kg angehoben wurde; der Passagier einschließlich Fallschirm wog 78 kg, 2 kg unter diesem Minimum. Trotz der Beladungsprobleme lag der Schwerpunkt im Flug innerhalb der zulässigen Grenzen.)
  4. Föhnturbulenz im Gebiet: Zum Unfallzeitpunkt herrschte Föhnwetter; die BFU stellt fest, dass in Platznähe teils starke Turbulenz vorhanden war und zum Abkippen der Fläche beigetragen haben kann.
  5. Thermiksuche tief im Queranflugbereich: Etwa 5 Minuten nach dem Start beobachteten Zeugen das Segelflugzeug im Queranflugbereich des Platzes. Es flog einen vollständigen Linkskreis und anschließend einen langen, flach geneigten Rechtskreis in Richtung Piste 24, dann erneut nach rechts auf einen Nordostkurs.
  6. Langsamer Flug ~60–70 km/h geschätzt: Zeugen schätzten die Fluggeschwindigkeit des Seglers im langen Rechtskreis auf 60–70 km/h – sehr niedrig für eine voll besetzte ASK 13, zumal die 30 kg über MTOM die tatsächliche Überziehgeschwindigkeit erhöhten.
  7. Abkippen in nahezu senkrechte Lage: Nach etwa einem halben Kreis auf Nordostkurs ging das Segelflugzeug plötzlich in eine nahezu senkrechte Längsneigung über und verschwand nach einer Vierteldrehung aus dem Blickfeld der Zeugen. Die Fläche kippte nach rechts ab. Die Untersuchung ergab keine Mängel an den Steuerorganen.
  8. 80° kopflastig auf Straßenböschung: Aufprall auf einer etwa 25 % geneigten, begrünten Straßenböschung mit ca. 80° Anstellwinkel aus ~150 m AGL. Beide Insassen tödlich verletzt (Passagier beim Aufprall, Fluglehrer erlag den Verletzungen 2 Stunden später). Flugzeug Totalschaden. BFU-Schlussfolgerung: Der Pilot entschied nicht rechtzeitig, die Thermiksuche abzubrechen, und beachtete die Überziehgeschwindigkeit nicht.
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