ASW 19 B prallt bei Außenlandung im Rückenwind in versteckter Bodenwelle auf
Ein erfahrener Wettbewerbspilot kam ums Leben, als seine ASW 19 B bei einer verspäteten Außenlandung mit Rückenwind in einer im Gras versteckten Bodenwelle aufschlug und zerstört wurde. Über Espelkamp verlor er bei der Thermiksuche von ~400 m auf 113 m AGL. Er wählte einen 300 m Wiesenstreifen an einer Straße, erkannte aber kurz vor dem Aufsetzen eine querende Hochspannungsleitung, kurvte über 90° nach links auf ein anderes Feld und flog dieses mit Rückenwind an. Der Rumpfbug schlug in eine ~50 cm hohe Bodenwelle ein; das Segelflugzeug drehte ~180° um die Hochachse und rutschte 22 m. Fahrwerk eingefahren.
- Wettbewerb; Thermiksuche bis 113 m: Bei einer Solo-Wettbewerbsaufgabe kreiste der Pilot nach 2:43 h Flug wiederholt bei der Thermiksuche nahe Espelkamp; die Höhe sank auf 113 m AGL südlich des Ortes.
- Verspätete Außenlandeentscheidung: Der Logger zeigt, dass die Hochspannungsleitung sechsmal überflogen wurde; der Pilot wählte das Landefeld zu spät und flog nach kurzem Wiederanstieg zwei Linkskurven zur Landung.
- Hochspannungsleitung im Endanflug: Beim Anflug eines 300 m langen Wiesenstreifens parallel zu einer Straße wurde die querende Hochspannungsleitung erst kurz vor dem Aufsetzen erkannt.
- Scharfe >90°-Linkskurve auf Ausweichfeld: Plötzliche Linkskurve um mehr als 90° auf ein anderes Feld; Fahrwerk eingefahren (Hinweis auf Stress); der neue Anflug erfolgte mit Rückenwind.
- Bug in 50 cm Bodenwelle bei hoher Fahrt: Der Rumpfbug prallte gegen eine rund 50 cm hohe Bodenwelle quer zur Landerichtung, aus der Luft kaum erkennbar; das Segelflugzeug drehte sich um 180° und rutschte 22 m.
- Tödlich Kopf/Wirbel; Kopfstützen-Befund: Der Pilot starb an aufprallbedingten Kopf- und Wirbelverletzungen. Zusätzlich verstellte sich die Kopfstütze bereits unter deutlich geringerer Kraft als vorgeschrieben.