LS 4 überzieht im tiefen Eindrehen zur Außenlandung hinter Lee-Hang
Der Pilot einer LS 4 wurde tödlich verletzt, als die LS im tiefen Eindrehen zur Außenlandung im Lee eines Westhangs überzog, ins Trudeln ging und senkrecht aufschlug; sie wurde zerstört. Der Pilot — 216 h gesamt, 92 h auf Muster — war in Hahnweide im Schlepp gestartet und entschied sich nach ~1 h für eine Außenlandung ~60 km SW nahe Oberdigisheim. Der Anflug verlief hinter einem Westhang im Lee eines Ostwinds 7 kt; Scherung und Sinken wurden falsch eingeschätzt. In ~50 m AGL im Eindrehen unterschritt er die Mindestfahrt; die LS überzog und trudelte zu tief zum Ausleiten. Aufprall am Ortsrand auf Buschhang. Keine technischen Mängel.
- Streckenflug ab Hahnweide: Um 11:00 Uhr Flugzeugschlepp-Start in Hahnweide zu einem Streckenflug; die LS 4 flog rund eine Stunde unauffällig.
- Anflug im Lee eines Westhangs: Bei der Vorbereitung der Außenlandung nahe Oberdigisheim verlief der Anflugweg hinter einem Westhang im Lee des Windes; Windscherung und erhöhtes Sinken waren zu erwarten.
- Leewirkung falsch eingeschätzt: Die Leewirkung entlang des Anflugwegs wurde falsch eingeschätzt; der Pilot setzte den Anflug fort, ohne Wind- und Sinkänderung einzukalkulieren.
- Mindestfahrt im Eindrehen unterschritten: In rund 50 m AGL im Eindrehen zum gewählten Landefeld unterschritt der Pilot die Mindestfluggeschwindigkeit für die Schräglage; die LS 4 überschritt den kritischen Anstellwinkel.
- Überziehen → Trudeln in geringer Höhe: Der Überziehzustand ging unmittelbar ins Trudeln über; eine Ausleitung war wegen geringer Höhe nicht mehr möglich.
- Aufprall fast senkrecht am Ortsrand: Die LS 4 prallte steil auf einem nach Westen abfallenden, buschbewachsenen Streifen am Ortsrand von Oberdigisheim auf. Pilot tödlich verletzt, Zelle zerstört; keine technischen Mängel.