ASW 19 B übersteigt DR 400/180 R im Schlepp; Schleppflugzeug stürzt ab
Beim zweiten Einweisungsschlepp ab Mollis pendelte das Segelflugzeug nach dem Abheben und überstieg das Schleppflugzeug. Der Pilot hatte rund 46 Flugstunden, keine auf diesem Muster; ein früherer Versuch war aus gleichem Grund abgebrochen worden. Er meldete das Ausklinken; das Seil löste sich jedoch nicht. Die Überhöhung hob das Heck des Schleppers; der Schlepppilot verlor die Kontrolle, kippte links und schlug mit der Tragfläche auf. Ursachen: unzulängliche Steuerführung, unzweckmässiges Training, Ausklinkfehler, eingeschränktes Situationsbewusstsein. Schlepp zerstört, Pilot schwer verletzt; Segelflugzeug leicht beschädigt, Pilot unverletzt.
- Einweisungsschlepp auf dem Muster: Zweiter Einweisungsschlepp auf der ASW 19 B HB-1714 hinter Robin DR 400/180 R HB-EZX, beide im Eigentum der Segelfluggruppe Glarnerland in Mollis (LSMF). Pilot 46:43 h Gesamtflugzeit, 0 h auf diesem Muster. Der erste Einweisungsversuch am 8. April 2017 war aus demselben Grund abgebrochen worden (Segler stieg nach dem Abheben über den Schlepper). Das Briefing vor dem Flug legte fest, dass bei jeder Schwierigkeit durch Ausklinken abgebrochen werden muss.
- Ungeeignetes Vorbereitungstraining: Zwischen dem abgebrochenen ersten Einweisungsversuch und dem Unfalllflug: zwei doppelsitzige ASK-21-Schlepps am selben Tag (8. April), vier doppelsitzige ASK-21-Windenstarts am 14. April, danach eine 5-wöchige Pause. Die SUST stellte fest, dass diese Trainingsmischung ungeeignet war, um die Schwierigkeiten des Piloten beim Halten der Schleppposition zu beheben.
- Schleppstart Piste 01: Start um 16:44 Uhr Ortszeit von Piste 01 in Mollis. Der Flugweg des Seglers nach dem Abheben war unstetig (Beobachter beschrieben „Wellenbewegung“, „Pumpen“, „Oszillieren“).
- Segler überfliegt den Schlepper: Der Segler stieg über das Schleppflugzeug, sackte dann hart auf die Piste, stieg erneut über den Schlepper und hielt die erhöhte Schleppposition.
- Ausklinker betätigt, Seil löst nicht: Der Pilot gab an, den Ausklinkhebel betätigt zu haben, um wie gebrieft abzubrechen. Das Seil löste sich jedoch nicht – das Schleppflugzeug blieb angekoppelt. Die SUST wertete die Fehlbedienung des Ausklinkorgans als einen der beitragenden Faktoren; das Ausklinkgerät selbst befand sich in technisch einwandfreiem Zustand.
- Schlepppilot verliert Kontrolle: Die anhaltend erhöhte Position des Seglers hob das Heck des Schleppflugzeugs an; der Schlepppilot verlor die Kontrolle, neigte sich nach links und schlug flügelzuerst auf dem Gras auf.
- Schlepper zerstört; Segler beschädigt: Schleppflugzeug Totalschaden; Schlepppilot schwer verletzt. Der Segler landete hart auf dem Gras einige Meter links der Piste, wurde dann auf die Mittellinie gesteuert und kam nach dem versetzten Pistenende 19 zum Stehen; leicht beschädigt (Rumpfunterseite); Seglerpilot unverletzt. SUST-Ursachen: unzureichende Steuerausschläge, ungeeignetes Vorbereitungstraining, Fehlbedienung des Ausklinkorgans, eingeschränktes Situationsbewusstsein. Keine Sicherheitsempfehlungen.