ASW 28-18 E kippt beim Kreisen in 150 m in Böen über rechte Fläche ab

Oerlinghausen, Germany Alexander Schleicher ASW 28-18 E

Am 25. März 2007 kam der Pilot einer ASW 28-18 E nahe einem Waldsee südwestlich Oerlinghausen ums Leben; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach Windenstart um 13:58 Uhr auf ca. 400 m über Grund flog er mit eingeklapptem Triebwerk nach Südwesten, dann Osten zum Thermikanschluss. In ca. 200 m kreiste er rechts ein. Nach einem Vollkreis waren ca. 50 m verloren; der Kreisflug wurde fortgesetzt. Im zweiten Kreis kippte das Segelflugzeug aus ca. 150 m über die rechte Tragfläche ab und prallte mit starker Längsneigung auf. Wind böig (18 kt, Böen 34 kt); 30 Tage zuvor nur 35 Minuten geflogen.

  1. Windenstart, Gleitflug SW dann Ost: Um 13:58 Uhr startet die ASW 28-18 E in Oerlinghausen im Windenstart auf ca. 400 m über Grund. Der Pilot klappt das Triebwerk ein und fliegt im Segelflug nach Südwesten; an der Platzgrenze ändert er die Richtung nach Osten, um Thermikanschluss zu finden.
  2. Geringe aktuelle Flugübung: Der Pilot besitzt seit 1979 einen Segelflugschein mit Lehrberechtigung und hat über 1.500 Flugstunden, davon ca. 48 auf der ASW 28-18 E. In den letzten 30 Tagen sind nur zwei Starts mit zusammen 35 Minuten geflogen.
  3. Starker böiger Ostwind: Es herrschen Sichtflugbedingungen mit fast wolkenlosem Himmel. Der Bodenwind kommt aus ca. 080° mit 18 kt, in Böen bis 34 kt; Bordaufzeichnungen ergeben im Flug ca. 42 km/h aus 094°. In niedriger Höhe sind kräftige Böen und Turbulenz zu erwarten.
  4. Rechtskreisen in ca. 200 m: In ca. 200 m über Grund versucht der Pilot, ein Aufwindfeld zu nutzen, und kreist nach rechts ein – eine sehr geringe Höhe für Kreisflug in den herrschenden böigen Bedingungen.
  5. 50 m Höhenverlust im 1. Kreis: Nach einem geflogenen Vollkreis hat das Segelflugzeug ca. 50 m Höhe verloren. Der Pilot setzt den Kreisflug fort, statt auszuleiten und eine Landung am Platz einzuleiten.
  6. Abkippen über rechte Fläche, 150 m: Im Verlauf des zweiten Kreises kippt das Segelflugzeug aus ca. 150 m über Grund über die rechte Tragfläche ab und geht in eine starke Längsneigung nach unten über.
  7. Steiler Aufprall am Waldsee: Das Segelflugzeug prallt ca. 500 m südwestlich der Startstelle am Rande eines kleinen Waldsees mit starker Längsneigung auf. Der Pilot wird tödlich verletzt. Kein Brand. Die Untersuchung am Luftfahrzeug ergibt keine Hinweise auf eine technische Störung.
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