Kranich III trudelt nach Strömungsabriss im niedrigen Kreisflug
Beide Insassen einer Kranich III kamen bei einem Strömungsabriss im niedrigen Kreisflug nahe Wächtersberg-Hub ums Leben; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach unauffälligem Windenstart segelte die Kranich III in 200-250 m AGL und kehrte zum Platz zurück. Im Gegenanflug aus etwa 120 m AGL kreiste sie weiter, statt zur Landeeinteilung auszurollen. Zeugen beschrieben die Fluggeschwindigkeit im Kurvenflug als zu gering; das Segelflugzeug kippte über den Flügel ab, geriet ins Trudeln und prallte fast senkrecht in den Wald. Ursache war eine zu geringe Fluggeschwindigkeit ohne Höhenreserve zum Ausleiten; technische Mängel lagen nicht vor.
- Windenstart, lokaler Segelflug: Der Pilot startete im Windenschlepp von Piste 07 mit einem Vereinsmitglied auf dem hinteren Sitz zu einem lokalen Rundflug. Der Start verlief unauffällig; nach dem Ausklinken nutzte die Kranich III Aufwinde an einem Hang südwestlich des Platzes und kreiste in 200-250 m AGL, bevor sie nach Osten zum Platz zurückflog.
- Geringe Musterzeit; Steuer hinten ein: Der Pilot besaß seit 1998 einen Segelflugschein mit etwa 106 Flugstunden, davon nur etwa 3 Stunden auf der Kranich III, hatte aber rund 500 Starts auf über 50 verschiedenen Segelflugzeugmustern absolviert und war als Prüfer Klasse 3 mit Bauweise und Handbuch des Musters bestens vertraut. Der hintere Steuerknüppel war für den Flug nicht ausgebaut; der mitfliegende Vereinspilot besaß einen Schein für Motorsegler, eine Steuereingabe vom hinteren Sitz konnte daher nicht ausgeschlossen werden.
- Niedriges Kreisen im Gegenanflug: Aus südlicher Richtung erreichte die Kranich III den Gegenanflug in etwa 120 m AGL. Über Funk meldete sich der Pilot zur Landung am Platz. Zeugen beobachteten, dass das Segelflugzeug nicht zur Landeeinteilung ausrollte, sondern aus geringer Höhe weiterkreiste.
- Zu langsam im Kurvenflug: Zeugen beschrieben die Fluggeschwindigkeit im Kurvenflug als zu gering. Die für die Schräglage erforderliche Geschwindigkeit wurde unterschritten und es kam zum Strömungsabriss.
- Strömungsabriss, Trudeln aus ~120 m: Aus geringer Höhe kippte das Segelflugzeug über einen Flügel ab und ging in eine trudelartige Bewegung über. Die verbleibende Höhe reichte nicht aus, um den überzogenen Flugzustand auszuleiten.
- Beide tödlich verletzt; zerstört: Das Segelflugzeug prallte fast senkrecht in einen etwa 25 m hohen Baumbestand und schlug anschließend mit der Rumpfspitze auf den Waldboden, rund 450 m von der Startstelle entfernt. Der Pilot und der Insasse auf dem hinteren Sitz wurden beide tödlich verletzt. Eine technische Untersuchung ergab keine Mängel; alle Brüche waren aufprallbedingt, Beladung und Schwerpunkt lagen im zulässigen Bereich.